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      <title>".... und dann war da Chiara"</title>
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         Eine Frau auf der Suche nach ihrer Bestimmung
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          „… und dann war da Chiara“ – aber da ist auch Klara: eine junge Frau, Anfang 30, mit einem Lebensweg, wie er nicht perfekter und strahlender erscheinen könnte: jung, gut aussehend, Medizinstudium erfolgreich abgeschlossen, gute Stelle in einer Kinderklinik, verheiratet mit der Jugendliebe, Haus mit Garten, Auto, schöne Reisen. Und doch fällt sie plötzlich in eine große Lebenskrise. Eine Affäre ihres Mannes mit ihrer besten Freundin und Long-Covid sind die äußeren Auslöser. Aber ist da vielleicht noch mehr? 
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          Auf einer Italienreise, mit ihrem Mann Klaus, die eigentlich das entfremdete Ehepaar wieder näher zusammen bringen soll, hat Klara in Assisi eine mystische Begegnung. Oder ist es eher eine Erscheinung? Auf alle Fälle fühlt sie, wie die Heilige Chiara, die Heilige Klara von Assisi, in ihr Leben tritt. Von diesem Moment an sucht sie immer wieder den Dialog mit der Frau, die vor 800 Jahren eine enge Gefährtin des Heiligen Franziskus war und als Gründerin des Klarissenordens in die Kirchengeschichte einging. Immer wieder erscheint die Heilige ihrer heutigen Namenskollegin, manche Antwort auf lange gestellte Fragen ergibt sich aus der inneren Zwiesprache. 
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          Kristin Wolz gelingt es in ihrem Roman auf wenigen Seiten ganz unterschiedliche Themen miteinander zu verknüpfen. Sie führt zurück in vergangene Jahrhunderte, und dringt dabei auch weit in philosophische Bereiche vor. Die Autorin selbst sagt über dieses Buch, sie wollte der Frage nachspüren, welche Bedeutung Heilige heute noch für unser Leben haben können. Eigentlich geht sie aber noch einen Schritt weiter: sie legt schonungslos offen, wie schnell die reine Orientierung eines Lebens an Erfolg und äußeren Werten in eine Leere führen kann, die eine spirituelle Sinnsuche geradezu erzwingt. Daneben gelingt der Autorin auch das Portrait einer starken Frau, die vor 800 Jahren lebte und so gar nicht dem Bild entspricht, das man sich von der Frau im 13. Jahrhundert macht. Sie zeichnet das Bild einer Frau, die durch radikalen Bruch mit Konventionen und gegen alle Widerstände ihren Idealen folgt und damit zum Vorbild für veränderungswillige Frauen in den folgenden Jahrhunderten wurde. Die aber in ihrer Konsequenz und Radikalität sicher auch manche Frau entmutigte. Auch Klara kommt zu dem Punkt, an dem sie feststellt, dass sie solche radikalen Brüche wohl nicht durchstehen könnte. Aber muss sie dies auch um zu den Veränderungen zu kommen, die ihr Leben braucht? Wohl nicht. Und dies ist eine sehr tröstliche Botschaft dieses Buches. 
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          In der Metropolregion Rhein-Neckar ist Kristin Wolz vermutlich eher als Lyrikerin oder als rührige Kulturmanagerin, die sich große Verdienste um die literarische Veranstaltungen in Ladenburg und als langjährige Vorsitzende des Literarischen Zentrums Rhein-Neckar e.V. Die Räuber ’77 erworben hat.. „… und dann war da Chiara“ ist eine gute Gelegenheit, sie auch als Prosaautorin kennenzulernen. 
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         „… und dann war da Chiara“ von Kristin Wolz ist erschienen im Draupadi Verlag, 132 Seiten, 14 Euro.
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  &lt;br/&gt;&#xD;
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      <pubDate>Thu, 12 Mar 2026 21:31:26 GMT</pubDate>
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      <title>Justinus Kerner, die Weibertreu und eine Geistergeschichte</title>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         "Das Mädchen von Orlach" in einer gelungenen Neuedition
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          Von der Welt im „warmen Golde“ sprach Eduard Mörike in seinem berühmten Gedicht „Septembermorgen“. Und in der Tat präsentiert sich die Landschaft derzeit so – zumindest bei Sonnenschein. Sollten Sie da Lust auf einen herbstlichen Ausflug bekommen, schlagen wir Ihnen Weinsberg im Landkreis Heilbronn vor. Schon von Weitem sichtbar, erhebt sich über dem kleinen Ort die Burgruine Weibertreu. Dort soll sich 1140 die berühmte Rettung der Ehemänner zugetragen haben. Mutige Frauen rangen den Belagerern der Burg die Zusage freien Abzugs ab. Mitnehmen durften sie, was sie auf ihren Schultern tragen konnten. Und so trugen die Frauen ihre Männer an dem verdutzten König Konrad und seinem Heer vorbei. Ob sich die Angelegenheit auf dem Höhepunkt des Streits zwischen den Welfen und den Staufern genau so zugetragen hat, kann heute natürlich nicht mit Sicherheit gesagt werden. Aber in die Sammlung der historischen Sagen unseres Landes ist sie eingegangen. Und alleine schon der Blick von der Ruine über die schwäbisch-fränkische Landschaft mit den schier endlosen herbstlich gold-roten Weinbergen lohnt den Ausflug. Am Fuße der Ruine erzählt ein kleines Museum (Sonntagnachmittag geöffnet) die Geschichte der Burg, ihrer Zerstörung und der Rettung ihrer Ruine. 
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          Mehr dazu findet sich in einem wenige hundert Meter entfernten schmucken Dichterhäuschen: dem Justinus-Kerner-Haus. Es war nämlich der Dichter und Arzt Justinus Kerner (1786 – 1862), der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dafür sorgte, dass der weitere Verfall der Ruine gestoppt wurde. Kerner gehörte der berühmten Schwäbischen Dichterschule an, andere Repräsentanten waren beispielweise Gustav Schwab oder Ludwig Uhland. Von seinem vielseitigen Werk ist heute das Gedicht „Der reichste Fürst“, das in der Vertonung eines unbekannten Komponisten zur inoffiziellen Hymne der Württemberger wurde, am populärsten. 
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          Es lohnt sich, sich diesen interessanten Menschen wieder einmal in Erinnerung zu rufen. Ein guter Einstieg dazu kann die Erzählung „Das Mädchen von Orlach“ sein, die der Freiburger 8 grad Verlag in einer bemerkenswerten Ausgabe neu aufgelegt hat. Dieses Buch verbindet die beiden Passionen Kerners: die des Arztes und die des Schriftstellers.
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          Magdalene ist ein fleißiges, rechtschaffenes Bauernmädchen, hatte nach Aussage des Dorfpfarrers „aber wenig Anlage zum Lernen und verließ daher die Schule mit ganz geringen Kenntnissen.“ Untadelig war aber ihr Einsatz auf dem elterlichen Bauernhof. Plötzlich jedoch erscheinen diesem Mädchen Geister. Eine weiße Frau und ein schwarzer Dämon ringen um die Seele des Mädchens, das immer heftigere Anfälle von Besessenheit zeigt. Ärzte werden konsultiert, aber keine Diagnose eines organischen Leidens erweist sich als haltbar. Dann werden Pfarrer zu Rate gezogen, denn immer mehr erhärtet sich der Verdacht, dass es sich um übernatürliche Erscheinungen handeln müsste. Niemand traut dem einfachen Mädchen mit seiner schlichten Gedankenwelt zu, sich die beiden Geister mit ihren Anweisungen, Drohungen und Beruhigungen selbst ausgedacht zu haben. 
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          Auch Justinus Kerner wird zu Rate bezogen. Er war zu diesem Zeitpunkt Oberamtsarzt in Weinsberg. Seine aus heutiger Sicht wichtigste medizinische Leistung hatte er 1817 mit der erstmaligen klinischen Beschreibung der bakteriellen Lebensmittelvergiftung Botulismus vorgelegt. Größer war aber noch sein Interesse an spiritistischen und okkultistischen Fragen. Hier traf sich vermutlich die wissenschaftliche Neugier des Mediziners mit der reichen Phantasiewelt des Dichters der Romantik. Und so war ihm sein Ruf als Experte in Fragen des Übernatürlichen wohl bis in das rund fünfzig Kilometer entfernte Orlach vorausgeeilt. Das Mädchen aus dem Bauerndorf bei Schwäbisch Hall bleibt für längere Zeit zur Beobachtung im Kerner-Haus. 
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          Justinus Kerner hat aber nicht nur Magdalene behandelt und ihre Eltern beraten. Er verarbeitete den Fall auch zu einer Erzählung. 1834 veröffentlichte er sie in seinem Band „Geschichten Besessener neuerer Zeit“. Der Bericht Kerners ist auch knapp zweihundert Jahre nach seinem ersten Erscheinen noch lesenswert. Ob man die gesamte Geschichte in allen Details glauben mag, Kerner sprach von einer wahren Begebenheit, muss jede Leserin und jeder Leser für sich entscheiden. Sie gibt aber auf alle Fälle einen guten Einblick in die Gedankenwelt im Spannungsfeld zwischen Romantik und Aufklärung im beginnenden 19. Jahrhundert. Illustrationen des jungen Designers Christian Sobeck ergänzen die „Geistergeschichte aus Hohenlohe“, so der Untertitel des Buchs, in der Neuauflage. Ihm gelingt es mit seinen kräftigen Zeichnungen, dem Text Kerners noch zusätzliche Wirkung zu verleihen und so wird dieses Buch zu einem kleinen Schmuckstück in der Vielfalt der wöchentlichen Neuerscheinungen.
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         „Das Mädchen aus Orlach“ ist eine gute Gelegenheit, uns einen Dichter wieder in Erinnerung zu rufen, der die Geistesgeschichte unseres Landes mit geprägt hat und dessen Gedichte in vertonter Form bis heute gesungen und in Konzertsälen aufgeführt werden. Viele seiner Werke sind auch Zeugnisse ihrer Zeit. So verfasste der Veränderungen und Neuerungen nie abgeneigte Kerner schon 1852 ein Gedicht auf das noch recht neue Fortbewegungsmittel Eisenbahn. Dessen letzte Strophe ist ein schönes Beispiel für die Weitsicht Kerners, aber auch für seinen kräftigen und manchmal etwas schwarzen Humor:
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  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         „Fahr zu, o Mensch! Treib's auf die Spitze,
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         Vom Dampfschiff bis zum Schiff der Luft!
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  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Flieg mit dem Aar, flieg mit dem Blitze!
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  &lt;br/&gt;&#xD;
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          Kommst weiter nicht als bis zur Gruft.“
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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         „Das Mädchen von Orlach – eine Geistergeschichte aus Hohenlohe“ ist erschienen bei 8 grad Verlag, 88 Seiten, 24 Euro
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  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
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      <pubDate>Wed, 29 Oct 2025 17:39:58 GMT</pubDate>
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      <title>Zeitreise mit Anja Kampmann</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/zeitreise-mit-anja-kampmann</link>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Neuer Roman von Anja Kampmann 
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         „Vom Mut einer Frau in einer Welt, die ihr keinen Platz mehr lassen will – von Anja Kampmann eindringlich und bildgewaltig erzählt“- so leitet der Hanser Verlag seine Ankündigung des Romans „Die Wut ist ein heller Stern“ ein. Die mutige Frau ist Hedda. Sie hat es geschafft. Aus dem Arbeitermilieu hat sie sich im wahrsten Sinn des Wortes in ungekannte Höhen aufgeschwungen. Abend für Abend begeistert sie das Publikum im renommierten Hamburger Varieté Alcatraz mit ihrer Luftnummer. Das Leben könnte so schön sein, doch wir schreiben das Jahr 1933. Immer mehr braune und schwarze Uniformen tauchen m Publikum auf, langjährige Freunde verschwinden und dann kommt noch die Sorge um ihren leicht behinderten jüngeren Bruder hinzu. Kann sie ihn vor dem Zugriff der Ideologen der reinen Rasse verstecken? Aber Hedda lässt sich nicht unterkriegen. Sie kämpft um ihren Platz in der Welt.
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           Anja Kampmann folgt in „Die Wut ist ein heller Stern“ nicht nur dem Lebensweg einer mutigen Frau, sie entfaltet auch ein sehr genau recherchiertes Panorama der gesellschaftlichen Entwicklung in den ersten Jahren der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Die Zerschlagung der Arbeiterbewegung mit ihren vermeintlich so festen Strukturen („… sehe den Beerdigungszug von Ernst Henning, dreißigtausend Menschen, die durch die Straßen ziehen, wer sollte uns etwas anhaben? Und wo sind sie hin?“) wurde selten so plastisch erzählt. 
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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           Zusätzlich gewinnt die Beschreibung der Lebenswelt, in der sich Hedda behaupten muss, durch die sehr glaubwürdig gelungene Verknüpfung fiktiver und realer Charaktere. Hedda und ihr Lebensweg sind fiktiv. Ihr Umfeld und viele Charaktere, wie beispielsweise der Varietébesitzer Arthur Wittkowski, sind es dagegen nicht. Anja Kampmann hat dafür intensiv recherchiert und vor allem das Oral-History-Archiv der Hamburger Forschungsstelle für Zeitgeschichte genutzt. Mit den Zeitzeugen-Interviews hat sie auf eine Quellenart vertraut, die für sie schon einmal die Basis für eine bemerkenswerte Arbeit war. Für ihr Hörspiel „Kein Haus aus Sand“ griff sie auf das “European Archive of Voices” zurück. Und wie im Hörspiel, gelingt es ihr auch im Roman, eine lebendige Atmosphäre zu erzeugen. In ihrer von der Lyrik geprägten Sprache, die auch den Mut hat, an manchen Stellen im Unbestimmten zu bleiben, wird die bittere Not der Weltwirtschaftskrise, über die so oft geschrieben wurde, plötzlich fühlbar, die Vernichtung „unwerten Lebens“ wird greifbar. Dieser Mut, im Unbestimmten zu bleiben, verhilft dem Buch zu einer ganz eigenständigen Qualität. Während wir heute gewohnt sind, Geschichte vom Ende her zu denken, wir wissen ja, wie es ausgegangen ist, gelingt es Anja Kampmann, das Nichtwissen des Moments zu vermitteln. Hedda und ihre Freundinnen und Freunde wissen nicht, was der nächste Tag bringt. Aber die täglichen Erlebnisse verdichten sich zu unguten Vorahnungen und führen zu einer schwer erträglichen Mischung aus Ungewissheit und Angst.
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           „Die Wut ist ein heller Stern“ von Anja Kampmann ist erschienen im Hanser Verlag, 496 Seiten, 28 Euro.
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      <pubDate>Sun, 26 Oct 2025 10:46:47 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Der 2. Weltkrieg in Norwegen</title>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Beeindruckende Texte von Willy Brandt und Sigrid Undset
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         In vielen Veranstaltungen wurde in den letzten Monaten an das Ende des 2. Weltkriegs vor 80 Jahren erinnert. Intensiv wurde der Verbrechen gedacht, die von unserem Land ausgehend in viele Länder gebracht wurden. Im Mittelpunkt des Gedenkens standen meist unsere direkten Nachbarvölker. Es ist eine gemeinsame Verpflichtung aller Deutschen, mitzuhelfen, dass diese Verbrechen nie vergessen werden. Genauso, wie es eine gemeinsame Aufgabe ist, an den Projekten der Aussöhnung und Verständigung beständig weiter zu arbeiten. Ich möchte heute den Blick aber noch etwas weiten und mit zwei Augenzeugenberichten auf ein Land lenken, das in diesem Krieg ebenfalls unsagbar leiden musste, dessen Kriegsschicksal bei uns aber längst nicht mehr so präsent ist. Die Rede ist von Norwegen, das im Frühjahr 1940 von der deutschen Wehrmacht überfallen wurde und nach wenigen Wochen des Kampfes besetzt wurde.  
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          Mancher Tourist wundert sich, wenn er in norwegischen Küstenstädten wie Bodø oder Molde erfährt, dass diese von der deutschen Wehrmacht komplett zerstört wurden. Was war passiert? Auskunft darüber gibt das Buch “Krieg in Norwegen” von Willy Brandt. Der spätere Bundeskanzler war bereits 1933 vor der nationalsozialistischen Verfolgung der Sozialdemokraten und Sozialisten nach Norwegen geflohen. Als die Deutschen 1940 das Land seines Exils eroberten, führte ihn seine weitere Flucht ins neutrale Schweden. Dort veröffentlichte er dieses Buch, mit dem er eine zusammenhängende Übersicht der Ereignisse gibt, die mit dem deutschen Blitzüberfall am 9. April 1940 begannen. Bereits 1942 erschien das Buch in der Schweiz in deutscher Übersetzung. Tag für Tag und Ort für Ort zeichnet Brandt den rund zwei Monate dauernden Krieg nach. Angriff nach Angriff und Abwehrschlacht auf Abwehrschlacht ist festgehalten. Dies wirkt auf den Leser und die Leserin, die Norwegen nicht oder nur wenig kennen, vielleicht etwas monoton. Aber er gibt einen guten Einblick, mit welcher Brutalität dieser Krieg in dieses Land gebracht wurde.  
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          An dieser Stelle ist die autobiographische Erzählung “Rückkehr in die Zukunft” der norwegischen Literaturnobelpreisträgerin Sigrid Undset eine hervorragende Weiterführung. Es schildert die Flucht der überzeugten und sich öffentlich bekennenden Nazi-Gegnerin aus Norwegen über Schweden, Russland und Japan in die USA. Vor allem beschreibt sie aber, wie dieser Krieg über ein Land hereinbrach, das fest an eine regelbasierte Welt glaubte, das fest davon überzeugt war, dass ein Land, das selbst auf den Frieden ausgerichtet ist, respektiert werde. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine hat dieser Aspekt von Undsets Schrift eine neue und beängstigende Aktualität erhalten.  
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          Beide Bücher wurden noch während des Krieges geschrieben und veröffentlicht. Dies bedeutet, dass noch nicht alle Informationen verfügbar waren. Vor allem bedeutet dies aber, dass das Ende noch offen war. Bei Undset beeindruckt, wie sie schon 1942 davon überzeugt war, dass nach Kriegsende eine gute Zukunft nur in der Zusammenarbeit der Völker erreicht werden könne und in diese künftige europäische Ordnung auch Deutschland (sofern es besiegt werde) einbezogen werden müsse. Dass diese Einbeziehung nicht nur aus idealistischen Motiven gewollt wurde, liegt auf der Hand. Ganz offen spricht sie von einer “Zähmung der deutschen Mentalität”. Dass das Urteil über die Deutschen nach einem solchen Überfall nicht positiv und recht emotional war, lässt sich nachvollziehen. Umso beeindruckender wirkt die Entwicklung, die nach 1945 eingetreten ist.  
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          Dem Europa Verlag in München und dem Stuttgarter Alfred Kröner Verlag ist es zu verdanken, dass die beiden Bücher neu aufgelegt wurden. Undsets Werk ist sogar erstmals in deutscher Sprache erschienen. Bei Willy Brandt sei noch angemerkt, dass er es in einer Fremdsprache geschrieben hat, aus der es dann ins Deutsche übersetzt wurde. Dies erklärt, dass seine Sprache in diesem Buch etwas steifer ist, als wir es aus anderen seiner Texte kennen.  
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    &lt;b&gt;&#xD;
      
           “Krieg in Norwegen” von Willy Brandt
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
    
          ist erschienen im Europa Verlag, 200 Seiten, 15 Euro. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          “
          &#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Rückkehr in die Zukunft” von Sigrid Undset
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
    
          ist erschienen im Alfred Kröner Verlag, 280 Seiten, 25 Euro 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 20 Jul 2025 17:02:34 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.lesezeichen-mannheim.de/der-2-weltkrieg-in-norwegen</guid>
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    </item>
    <item>
      <title>Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/gedenken-an-die-opfer-des-nationalsozialismus</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Zeugnisse, die nie in Vergessenheit geraten dürfen
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/27+Januar.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Am 27. Januar 2025 jährt sich zum 80igsten Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Seit 1996 wird dieser Tag in Deutschland als offizieller Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus begangen, 2005 erklärten ihn die Vereinten Nationen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. In einer Zeit, in der Dinge, die jahrzehntelang als unsagbar galten, plötzlich wieder ungeniert verbreitet werden, in einer Zeit, in der wieder die Entrechtung von Menschen gefordert wird, ist so ein Gedenktag wichtiger und notwendiger denn je. Dabei kommt den Stimmen der Überlebenden eine ganz besondere Bedeutung zu. Sie dürfen nicht in Vergessenheit geraten und müssen uns Mahnung für unser Handeln sein. Achtzig Jahre nach dem Zusammenbruch des nationalsozialistischen Terrorsystems wird die Zahl der Zeitzeugen leider von Jahr zu Jahr geringer. Immer weniger Menschen können den nachfolgenden Generationen aus eigener Erfahrung von den Schrecken der nationalsozialistischen Herrschaft berichten. Immer seltener werden damit die Stimmen, die aus eigenem Erleben berichten können, zu welchen Exzessen totalitäre Systeme führen können und was es bedeutet, wenn die Bewahrung der Würde jedes einzelnen Menschen unabhängig von seiner Herkunft und Religion nicht mehr oberste Maxime eines Staates ist. Umso wichtiger ist es, dass die Texte, die uns Überlebende hinterlassen haben, von Generation zu Generation weitergegeben werden. Sie machen am Einzelschicksal deutlich, was die totale Entrechtung jeweils für einen einzelnen Menschen bedeutete. Solche Bücher müssen immer wieder neu diskutiert und weiter gegeben werden damit die Erinnerungen dieser Menschen im öffentlichen Gedächtnis nicht verblassen. Drei dieser Bücher wollen wir Ihnen heute am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus besonders empfehlen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;b&gt;&#xD;
    
          Max Mannheimer: Drei Leben - Erinnerungen
         &#xD;
  &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Drei Leben“ das sind die unbeschwerte Jugend vor dem Anschluss des Sudentenlandes an das Deutsche Reich, das Überleben der Konzentrationslager Auschwitz und Dachau, und das Leben danach, das Mannheimer trotz seiner Erlebnisse tatkräftig und optimistisch gestaltete.
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;b&gt;&#xD;
    
          Primo Levi: Ist das ein Mensch
         &#xD;
  &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Der Bericht des italienischen Ausschwitz-Überlebenden wurde bereits 1947 veröffentlicht. Er gehört also zu den frühesten niedergeschriebenen Zeugnissen. Bis heute gilt er als eine der eindrucksvollsten Beschreibungen des Terrors und des Schreckens in den Konzentrationslagern.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;b&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Ginette Kolinka: Rückkehr nach Birkenau – Wie ich überlebt habe
         &#xD;
  &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Kolinka wurde aus ihrer französischen Heimat nach Auschwitz verbracht. Durch den nüchternen Stil ihrer Erzählung erfassen die Schrecken des Lageralltags mit Angst, Hunger, Dreck und Gestank die Leserinnen und Leser besonders unvermittelt.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  
         Dies sind nur drei Leseempfehlungen. Viele andere Lesenswerte Bücher bleiben ungenannt. Eine viel umfassendere Liste hat das Kulturmagazin Perlentaucher zusammengestellt, die wir Ihnen empfehlen und die
         &#xD;
  &lt;a href="https://www.perlentaucher.de/buchKSL/autobiografische-literatur-zum-holocaust.html?q=" target="_blank"&gt;&#xD;
    
          Sie hier finden
         &#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
  
         .
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 26 Jan 2025 17:24:08 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.lesezeichen-mannheim.de/gedenken-an-die-opfer-des-nationalsozialismus</guid>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Ein großer europäischer Roman</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/lichtungen</link>
      <description>Kurzbesprechung des Romans "Lichtungen" von Iris Wolff.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         "Lichtungen" von Iris Wolff
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/71icOlsYHnL._SL1500_.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Wann kommst Du?“ – wenn diese drei Worte auf einer Postkarte genügen. um einen Mann mittleren Alters aus seinem Alltagstrott herauszureißen und zu einer Fahrt quer durch Europa aufbrechen zu lassen, dann muss schon eine ganz besondere Beziehung zwischen Absenderin und Adressat bestehen. Oder sollte man besser sagen, bestanden haben? Denn die Karte wird in Zürich abgeschickt, nachdem die Schreiberin ihre rumänische Heimat schon etliche Jahre hinter sich gelassen hat.
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Mit diesem Aufbruch, dem ein Zusammentreffen in Zürich folgt, eröffnet Iris Wolff ihren Roman „Lichtungen“. Sie erzählt darin von Lev und Kato, die seit ihren Kindertagen in einem kleinen rumänischen Dorf eng miteinander verbunden sind. Was als Freundschaft unter Kindern begann, führte zu einer Liebesbeziehung junger Erwachsener. Wie fest und intensiv diese ist, wird nicht ganz klar, denn die Autorin tritt nicht jede Gefühlsregung ihrer Figuren breit. Manches wird im Unklaren gelassen, mancher Gedanke wird nicht zu Ende gesponnen. In einem Zeitalter, in dem viele junge Menschen in den verschiedenen Online-Medien jede Empfindung der Öffentlichkeit preisgeben und noch breittreten, fällt dies noch mehr auf und steigert den Reiz der Leserinnen und Leser an den Protagonisten.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Unabhängig davon, wie fest die Beziehung des Paares war, den Fall des kommunistischen Regimes und die Öffnung der europäischen Grenzen überlebt sie nicht. Während der junge Mann in seiner Heimat festsitzt, zieht es die dynamischere Kato hinaus in die Welt. Lev bleiben nur ihre gezeichneten Postkarten aus ganz Europa.
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  
         Mit „Lichtungen“ schreibt Iris Wolff aber nicht nur die berührende Geschichte einer bemerkenswerten Beziehung. Sie legt auch einen großen europäischen Roman vor, in dem die kulturelle, ethnische und religiöse Vielfalt des Balkans und der große Umbruch in Europa Ende des 20. Jahrhunderts die Handlung wesentlich beeinflussen. Gleichzeitig bringt sie den Leserinnen und Lesern diese Region nahe, die über Jahrzehnte aus dem Bewusstsein der meisten Mitteleuropäer verschwunden war. Manch persönliche Erfahrung oder Familienerfahrung der Autorin dürfte in das Buch eingeflossen sein, ist sie doch 1977 in Hermannstadt in Siebenbürgen geboren. Im Alter von acht Jahren kam sie mit ihrer Familie nach Deutschland. Heute gehört sie zu den gefragtesten zeitgenössischen deutschsprachigen Schriftstellerinnen. Mit ihrem Roman „Die Unschärfe der Welt“ war sie 2020 für den Deutschen und den Bayerischen Buchpreis nominiert, 2021 erhielt sie den renommierten Marie Luise Kaschnitz-Preis und den Preis der LiteraTour Nord. Und mit „Lichtungen“ steht sie 2024 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Dies kam nicht ganz unerwartet. Als das Buch Anfang des Jahres vorgestellt wurde, waren die Feuilletons der großen Zeitungen gefüllt mit positiven Besprechungen und der Literaturkritiker Denis Scheck sprach von einem „ganz großen literarischen Kunstwerk“ und stellte fest, dass das Literaturjahr 2024 mit einem Paukenschlag beginne.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 09 Oct 2024 19:30:34 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.lesezeichen-mannheim.de/lichtungen</guid>
      <g-custom:tags type="string">Bücher,Lichtungen,Rumänien,Literatur,Roman,Europa,Iris Wolff,Deutscher Buchpreis,Lesen</g-custom:tags>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Bannmeilen von Anne Weber</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/bannmeilen-von-anne-weber</link>
      <description>Die Banlieues von Paris - Soziale Brennpunkte und Austragungsort olympischerWettkämpfe. Anne Weber führt uns auf zahlreichen Spaziergängen durch diese widersprüchliche Welt.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Spaziergänge durch die Banlieues
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/91HI-s6h-oL._SL1500_.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Im neuen Roman von Anne Weber, der Trägerin des Deutschen Buchpreises 2020, passiert eigentlich so gut wie nichts. Und trotzdem wird er auf keiner der dreihundert Seiten langweilig. Die gesamte Handlung des Romans besteht aus endlosen Streifzügen der Erzählerin durch die Banlieues von Paris, die Vorstädte mit den endlosen Hochhaussiedlungen, die so oft für negative Schlagzeilen sorgen. Wie so viele Bewohnerinnen und Bewohner der französischen Hauptstadt, die innerhalb des Autobahnrings leben, hat sie diese Banlieues noch so gut wie nie betreten. Höchstens durchkreuzte sie sie einmal auf dem Weg zum Flughafen. Als ihr alter Freund Thierry jedoch den Auftrag erhält, in einem Film die großen Veränderungen zu dokumentieren, die die Olympischen Spiele 2024 in diesen dicht besiedelten Gebieten nach sich ziehen werden, ändert sich dies. Sie entscheidet sich ihn auf seinen langen Recherchewanderungen zu begleiten. Und irgendwann kommt sie dabei zur Überzeugung, dass diese Recherchen nicht nur in einem Film, sondern auch in einem Roman enden sollten. In diesem beschreibt sie die Gebäude, die Siedlungen und die Menschen.
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Theirry, ein Mann wohl in seinen Fünfzigern, ist in den Banlieues aufgewachsen und algerischer Abstammung. Aus diesem Gegensatz zur gutbürgerlichen deutsch-französischen Erzählerin (Ähnlichkeiten mit der Autorin sind wohl nicht zufällig) gewinnt der Roman sein Potential. Über Erzählungen Thierrys erfahren die Leserinnen und Leser von den Veränderungen der letzten Jahrzehnte in den Vorstadtsiedlungen, leider oft nicht in die positive Richtung. Ebenso ergibt sich immer wieder ein Blick auf die Geschichte der Menschen aus Nordafrika in Frankreich. Die Dialoge der beiden Protagonisten geben dem Buch seine Würze. Anne Weber erweist sich hier wieder einmal als Meisterin der feinen und pointierten Schreibweise. Mit viel Ironie nehmen sich der Filmemacher und die Schriftstellerin gegenseitig auf die Schippe und zeigen so die jeweiligen Vorurteile auf. Hier bleibt zu hoffen, dass alle Leserinnen und Leser die Ironie und Persiflage verstehen und nicht auf die Idee kommen, jede zynische Bemerkung für eine entsprechende Meinungsäußerung zu halten.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Bannmeilen“ ist ein Reiseführer in eine Welt, die den meisten von uns unbekannt sein dürfte. An vielen Stellen regt das Buch zum Nachdenken an, an manchen Punkten erschüttert es beinahe. Beispielsweise, wenn lakonisch erzählt wird, wie es gerade eine Straßenseite ist, die eine Siedlung mit feinen Häuschen von einem abrissreifen Hochhaus trennt, in denen sich Menschen ohne Einkommen und Perspektive mehr oder weniger legal aufhalten. Immer wieder stellt man sich beim Lesen die Frage, wo in diesem Buch die Erzählung aufhört und wo die Fiktion beginnt. Diese Frage muss nicht im Detail beantwortet werden, die wesentlichen Elemente des Romans könnten wohl ebenso auf den Reportageseiten großer Tageszeitungen stehen.
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der Roman erweitert den Blick auf die Banlieues, den die beeindruckenden Fotos von Jean-Michel Landon in der Fotoausstellung „La vie des blocs“ in den Reiss-Engelhorn-Museen in der Saison 2023/2024 freigaben. Fast könnte man von einem Buch zur Ausstellung sprechen, wobei die Fotografien von Landon etwas mehr Optimismus ausstrahlten als der Roman. „Bannmeilen“ ist aber auch eine gute Erklärung für all jene, die nachvollziehen wollen, wieso Paris so viel Hoffnung in seine Olympischen Spiele 2024 legt. Nichts weniger als eine Transformation von Teilen der Vorstädte wird erwartet.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  
         „Bannmeilen – Ein Roman in Streifzügen“ von Anne Weber ist erschienen bei Matthes &amp;amp; Seitz Berlin, 301 Seiten, 25 Euro.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 16 Jul 2024 15:06:24 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.lesezeichen-mannheim.de/bannmeilen-von-anne-weber</guid>
      <g-custom:tags type="string">Frankreich,Europa,Sozialer Brennpunkt,Banlieues,Anne Weber,Paris,Olympische Spiele</g-custom:tags>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Mannheim liest ein Buch 2024</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/mannheim-liest-ein-buch-2024</link>
      <description>"Mannheim liest ein Buch" geht 2024 in die 3. Runde. Glesen wird "Drei Kameradinnen" von Shida Bazyar. Wir stellen ihnen das Buch vor.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         3. Auflage von "Mannheim liest ein Buch"
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/81LMIy89tiL._SL1500_.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Drei Kameradinnen“ von Shida Bazyar ist das Buch für die dritte Auflage von „Mannheim liest ein Buch“. Die Verantwortlichen haben sich also nach „Beschreibung einer Krabbenwanderung“ von Karosh Taha (2022) und „Eine Formalie in Kiew“ von Dmitrij Kapitelman (2023) wieder für ein Buch entschieden, mit dem sie ihren Fokus auf die Themen Migration und Integration legen. In einer Stadt, in der nahezu die Hälfte der Bevölkerung einen Migrationshintergrund hat, ist dieser Ansatz nachvollziehbar und kann einen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis leisten. Gleichzeitig besteht vermutlich die Hoffnung, mit einem solchen Buch auch Menschen in die Diskussion einzubeziehen, die sich bisher im gesellschaftlichen Diskurs eher abseits halten.
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Das Buch beginnt mit dem dramatischen, im Stil der Boulevardpresse verfassten Bericht eines Mietshausbrandes. Mehrere Personen kamen bei der Katastrophe ums Leben. Der Brandstiftung verdächtigt wird eine junge Frau mit Migrationshintergrund. Der Pressebeitrag belässt es selbstverständlich nicht beim Verdacht, sondern urteilt und verurteilt mit ganzer Kraft. Schnell läuft auch das Internet über vor Hassbotschaften. Doch war Saya wirklich die Täterin? In dem Roman folgen wir der besten Freundin der Verdächtigen durch eine lange Nacht. Kasih, so ihr Name, sitzt an ihrem Schreibtisch und schreibt die Ereignisse der Tage, die dem dramatischen Ereignis vorangingen, nieder. Sie erzählt aber auch die Geschichte einer langen Freundschaft. Seit ihren Jugendzeiten sind Saya, Kasih und Hani, die dritte im Bunde, unzertrennlich. So unterschiedlich sie oft sein mögen, sie halten zusammen. Ein verbindendes Element ist das „Anderssein“. Alle drei haben sie einen Migrationshintergrund und an vielen Stellen zeigt die Autorin auf, wie sich dies im Alltag auswirkt. Immer wieder tauchen unsichtbare Grenzen oder sichtbare Momente des „nicht Dazugehörens“ auf und daran ändern weder perfektes Deutsch noch Abitur, abgeschlossenes Studium oder feste Arbeitsstelle etwas. Wieso müssen sie beispielsweise einen Tisch in der Kneipe räumen und andere Gäste nicht? Auch zieht sich die Frage, wie Mordfälle an Migranten und die darauf folgenden Prozesse wahrgenommen werden, durch das ganze Buch. Unschwer erkennbar ist, dass hier die NSU-Morde und der anschließende große Prozess in München literarisch verarbeitet wurden. Für Leserinnen und Leser, die ganz selbstverständlich in die Mehrheitsgesellschaft aufwachsen, öffnet sich hier manch interessanter Blickwinkel. Daran ändert auch nichts, dass die Stilform der direkten Leseranrede, die Rückfrage, ob die eine oder andere Verdächtigung wirklich geglaubt wurde, manchmal doch etwas arg oberlehrerhaft wirkt.
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die 1988 in Rheinland-Pfalz geborene Shida Bazyar greift in diesem Buch sicherlich auf manch eigene Erfahrungen zurück, hat sie doch selbst einen ihren Protagonistinnen ähnlichen familiären Hintergrund. Ihre Eltern mussten ein Jahr vor ihrer Geburt die Heimat im Iran verlassen und kamen als Flüchtlinge nach Deutschland. Mit „Drei Kameradinnen“ schaffte Bazyar es 2021 auf die Longlist des Deutschen Buchpreises. Und diese Nominierung war verdient und wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Veranstaltungen im Zusammenhang mit „Mannheim liest ein Buch“ sollen in diesem Jahr im November gebündelt werden. Durch die Konzentration möchte man eine intensivere Wirkung erzielen. Das LeseZeichen wird sich selbstverständlich daran beteiligen. Wir werden dabei den Bogen zum großen Thema des Mannheimer Kulturherbstes schlagen, der Neuen Sachlichkeit. Die Autorinnen und Autoren rückten in den Jahren der Weimarer Republik Personen und Personengruppen in den Blickpunkt, die bis dahin in der Literatur eher als Randfiguren platziert wurden und in der Gesellschaft wenig Aufmerksamkeit und Anerkennung erfuhren. Und die vor allem immer wieder auf sichtbare und unsichtbare Grenzen innerhalb der Gesellschaft stießen. Wie lässt Vicki Baum in ihrem Roman „Menschen im Hotel“ den Buchhalter Kringelein sagen: „Wenn man nicht dazugehört, dann ist es gar nicht so leicht, hineinzukommen, verstehen Sie?“ Er meinte damit den Anschluss an eine Gesellschaftsschicht, der nicht angehörte. Eine Erkenntnis, die Shida Bazyar und viele Menschen mit ähnlichem Lebensweg sicher nachvollziehen können.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          „Drei Kameradinnen“ von Shida Bazyar ist erschienen bei Kiepenheuer&amp;amp;Witsch, 352 Seiten, 21,80 Euro (Taschenbuch 13 Euro)
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
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      <pubDate>Sat, 18 May 2024 05:12:41 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.lesezeichen-mannheim.de/mannheim-liest-ein-buch-2024</guid>
      <g-custom:tags type="string">Lesetipp,Bücher,Buchvorstellung,Stadtgesellschaft,Migration,Mannheim liest ein Buch,Literatur,Shida Bazyar,Buchtipp,Lesen,Drei Kameradinnen,Mannheim</g-custom:tags>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Ein Gedicht für Czernowitz</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/ein-gedicht-fuer-czernowitz</link>
      <description>Michael Augustin widmet Czernowitz ein Gedicht - eine beeindruckende Homage dieser bedrängten Stadt.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Michael Augustin widmet Mannheims Partnerstadt ein Gedicht
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/J%C3%83-DISCHER+FRIEDHOF+CZERNOWITZ.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  
         Die Stadt Czernowitz und ihr reiches literarisches Erbe standen im Mittelpunkt der Veranstaltung, die das LeseZeichen Mannheim gemeinsam mit dem Literarischen Zentrum Rhein-Neckar Räuber 77 am 21. März 2024 aus Anlass des UNESCO-Welttags der Poesie organisierte. Paul Celan, Rose Ausländer und Selma Meerbaum-Eisinger sind nur drei der vielen Autorinnen und Autoren, die dafür gesorgt haben, dass sich die Stadt in der Bukowina als Stadt der Dichterinnen und Dichter in die Literaturkarte Europas eingeschrieben hat. 
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Trugen die Nationalsozialisten in der Zeit des 2. Weltkriegs die Verantwortung für die Zerstörung der einzigartigen deutschsprachigen, jüdischen Literaturszene, ist es heute der russische Überfall auf die Ukraine, der das Leben der Menschen und das kulturelle Leben in der Stadt im Westen der Ukraine gefährdet. Die Veranstaltung war auch ein Zeichen der Solidarität mit dieser einzigartigen Stadt und ihren Einwohnerinnen und Einwohnern, die seit zwei Jahren Partnerstadt von Mannheim ist.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Der in Bremen lebende Poet Michael Augustin widmete der Aktion ein eigenes Gedicht zur Stadt Czernowitz. Wir freuen uns, dass wir diese eindrucksvolle Hommage hier veröffentlichen dürfen und danken ihm herzlich dafür.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            JÜDISCHER FRIEDHOF, CZERNOWITZ
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Grabinschriften 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Russisch, Hebräisch, Ukrainisch,
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Rumänisch, Jiddisch, Deutsch
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Hier kannst Du 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           von den Toten lernen
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           wie sich zusammenleben ließe
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           ohne Streit
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
            (Michael Augustin)
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Gedicht: ©Michael Augustin: Immer was zu knabbern - Gedichte &amp;amp; Miniaturen, Edition Temmen, Bremen 2023
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Foto: © commons.wikimedia - Petar Milošević 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 09 Apr 2024 08:15:11 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.lesezeichen-mannheim.de/ein-gedicht-fuer-czernowitz</guid>
      <g-custom:tags type="string">Michael Augustin,Bücher,Gedenken,Poesie,Frieden,Czernowitz,Ukraine,Literatur,Geschichte</g-custom:tags>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Stadt ohne Juden</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/stadt-ohne-juden</link>
      <description>Eine bitterböse Satire des österreichischen Autors Hugo Bettauer. Wenn heute rechtsextreme Kräfte von "Remigration" fantasieren, wird es Zeit, diesen Roman wieder zur Hand zu nehmen.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Ein Roman von 1922 für die heutige Zeit
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/41jSeYzMoUL.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         „Stadt ohne Juden“ erschien bereits 1922. In einer Zeit, in der rechtsextreme Kräfte von Remigration fantasieren, ist es aber Zeit, diese bitterböse Satire des Wiener Autors Hugo Bettauer wieder einmal oder erstmals in die Hand zu nehmen.
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Als dieses Buch geschrieben wurde, lag die Machtergreifung der Nationalsozialisten in Berlin und der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich noch in der Zukunft. Ein lebhafter Antisemitismus brach sich aber sowohl in Deutschland wie auch in Österreich bereits zu diesem Zeitpunkt seine Bahn. Da griff der Journalist und Schriftsteller Hugo Bettauer zur Feder und schrieb seinen Roman „Stadt ohne Juden“, den er noch mit dem prophetischen Untertitel „Ein Roman von übermorgen“ versah. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Fanatische Antisemiten sehen ihr Volk durch eine vermeintlich jüdische Dominanz bedroht. Als sie in die Regierung gewählt werden, bringen sie ein Gesetzt durch die Nationalversammlung, das alle Juden bis zum Jahresende zur Auswanderung zwingt. Auf persönliche Härtefälle wird keine Rücksicht genommen. Selbstverständlich werden auch Paare getrennt. Doch schon nach kurzer Zeit stellt sich Ernüchterung ein. Das Kulturleben verarmt, viele Kaffeehäuser stehen leer und nach einem anfänglichen Aufschwung geht es auch mit der Wirtschaft bergab. Der Handel verlagert sich in andere Städte, vor allem nach Prag und Budapest. Die Arbeitslosigkeit und die Inflation schnellen nach oben. Es kommt, wie es kommen muss: die öffentliche Stimmung kippt. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Auch wenn der Autor an der einen oder anderen Stelle etwas dick aufträgt und die Erzählung auf den letzten Seiten etwas in die kitschige Richtung abdriftet, lohnt sich die Lektüre heute wieder. Man ersetze in Gedanken nur an der einen oder anderen Stelle das Wort „Juden“ durch die Begriffe „Migranten“ oder „Ausländer“ und vergleiche dann den Text mit aktuellen Diskussionen und Forderungen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           „Die Stadt ohne Juden“ war 1922 ein ungeheurer Erfolg. Gleichzeitig löste sie große Diskussionen aus. Die rechtsnationalen Kräfte waren empört und forderten Konsequenzen. Diese folgten auch. Drei Jahre später wurde Bettauer von einem 21jährigen Mann niedergeschossen und verstarb an den Folgen dieses Attentats. Die Hintergründe des Anschlags wurden nie ganz aufgeklärt. War es ein Mordkomplott? Und war der Auslöser der Roman „Die Stadt ohne Juden“ oder waren es einige andere Schriften, die wegen ihrer angeblichen Sittenlosigkeit ebenfalls heiß diskutiert wurden. Der Attentäter rühmte sich auf alle Fälle noch 50 Jahre später der „Auslöschung“ Hugo Bettauers.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           „Die Stadt ohne Juden“ von Hugo Bettauer ist im Nachdruck bei mehreren Verlagen verfügbar, beispielsweise im LIWI Literatur- und Wissenschaftsverlag Göttingen, 9,99 Euro 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Thu, 22 Feb 2024 18:07:35 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.lesezeichen-mannheim.de/stadt-ohne-juden</guid>
      <g-custom:tags type="string">Zusammenleben,Wien,Hugo Bettauer,Gesellschaft,Kampf gegen rechts,Nationalsozialismus</g-custom:tags>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>In einem Alten Haus</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/in-einem-alten-haus</link>
      <description>Kurzbesprechung des Buchs "In einem alten Haus in Berlin" des Gerstenberg Verlags.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Eine Buchempfehlung für Kinder - aber auch für Erwachsene
        &#xD;
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  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/A1czRifzjRL._SL1500_.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  
         Heute stellen wir Ihnen ein Kinder- bzw. Jugendbuch vor. Der Gerstenberg Verlag, bekannt für seine hochwertig gestalteten Sachbücher für Kinder und Jugendliche, beschreitet mit der Autorin Kathrin Wolf und der Illustratorin Isabel Kreitz einen interessanten Weg, um einen Einblick in die jüngere Geschichte unseres Landes zu geben. Ein prächtiges Berliner Wohn- und Geschäftshaus bildet den roten Faden. 
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           1871 zieht die Apothekerfamilie Schwartz voller Stolz in ihre Wohnung in der Beletage im eigenen neuen Haus. Dieses Haus wird zum Schauplatz deutscher Geschichte und Berliner Alltagsgeschichten. Wir begleiten die Familie über fünf Generationen hinweg und erleben an ihrer Seite Kaiserzeit und Weltkriege, Mauerbau und Mauerfall. Mittendrin im pulsierenden Geschehen bewegen sich die Kinder der Familie. Aus ihrer Sicht werden die Ereignisse der Zeit geschildert. Und, wie es bei einer Erzählung, die sich über Generationen erstreckt nicht anders sein kann, werden aus den Kindern des einen Jahrzehnts die Eltern des nächsten oder übernächsten. Ganzseitige Bildtableaus versetzen uns mitten hinein in Küche und Keller, Dachwohnung und Kinderzimmer und zeigen, wie sich nicht nur die Bewohner, sondern auch das Innenleben des Hauses im Laufe der Jahrzehnte wandelt – bis hin zum Spielzeug der Kinder. Ergänzende detailreiche Wimmelbilder und aufschlussreiche Erklärtexte machen die Vergangenheit greifbar und Berlin lebendig!
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Ein Hinweis sei noch gegeben: laut Verlagsangabe wird das Buch für Kinder ab zehn Jahren empfohlen. Kinder entwickeln sich aber sehr unterschiedlich. Unserer Einschätzung nach könnte „In einem Haus in Berlin“ sensible Zehnjährige noch überfordern, besonders, wenn sie sich alleine mit dem Buch auseinandersetzen. Die deutsche Geschichte mit ihren Höhen und Tiefen wird nämlich tatsächlich in allen Facetten dargestellt. So werden auch Themen wie Krieg mit all seinen Folgen (bis hin zu bleibenden Verunstaltungen bei Kriegsverwundeten) und Judenvernichtung nicht ausgespart. Haben die Leserinnen und Leser aber das richtige Alter für dieses Buch, ist es ein großartiges Werk, das auch für Erwachsene eine lohnende Lektüre ist.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           In einem alten Haus in Berlin – Ein Streifzug durch 150 Jahre Geschichte, erzählt von Kathrin Wolf, Bilder von Isabel Kreitz, ist erschienen im Gerstenberg Verlag, 64 Seiten, 28 Euro.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 28 Jan 2024 17:32:32 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.lesezeichen-mannheim.de/in-einem-alten-haus</guid>
      <g-custom:tags type="string">Illustriert,Jugendbuch,(Wiedervereinigung),Berlin,Geschichte,Kinderbuch,Lesen,Kaiserreich</g-custom:tags>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Mannheim liest ein Buch</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/mannheim-liest-ein-buch</link>
      <description>Mannheim liest "Beschreibung einer Krabbenwanderung". Das ist ein Buch, das hervorragend zu Mannheim passt.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Mannheim liest Beschreibung einer Krabbenwanderung
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/71D9a2jeqqL.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
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         In vielen Städten wurde die Aktion bereits mit Erfolg durchgeführt, nun wird auch Mannheim zur „Lesestadt“. Das Konzept ist einfach: es wird ein Text in einer erschwinglichen Ausgabe ausgesucht, der zum „Buch der Stadt“ wird und das dann über mehrere Monate hinweg intensiv gelesen und diskutiert werden soll. Gewählt wird ein Buch, das ästhetisch heraussticht, das vielleicht auch herausfordert. Vor allem aber soll es Leserinnen und Leser unterschiedlicher Gruppen interessieren. Es soll Themen aufgreifen, mit denen sich eine Stadtgesellschaft beschäftigt.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         In Mannheim haben sich auf Initiative des Nationaltheaters und der Universität Mannheim zahlreiche Organisationen zusammengefunden, die die erste Auflage von „Eine Stadt liest ein Buch“ im Zentrum der Metropolregion Rhein-Neckar gestalten wollen. Ausgewählt wurde der Roman »Beschreibung einer Krabbenwanderung« von Karosh Taha.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          In den nächsten Wochen und Monaten werden durch Schulen und Hochschulen, Vereine und Bibliotheken, Theater und Kinos nun Lesungen und Gespräche, Podiumsdiskussionen und Performances, Workshops und Seminare entstehen, die um dieses Buch kreisen. Und selbstverständlich können auch private Initiativen, beispielsweise in Hausgemeinschaften und Nachbarschaften, in Sportvereinen oder Seniorenheimen, für eine gemeinsame Lesung oder Diskussion gestartet werden. Je mehr gelesen und diskutiert wird, desto besser. Auch das LeseZeichen wird sich mit einer Aktion zum Kernthema des Buchs beteiligen.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  
         Karosh Taha, die Autorin des Buchs, das nun in Mannheim gelesen werden wird, wurde 1987 in Zaxo/Irak geboren. Im Alter von 10 Jahren kam sie mit ihren Eltern nach Deutschland, wo sie seither lebt. Nach ihrem Studium arbeitete sie einige Jahre als Gymnasiallehrerin, bevor sie sich dazu entschloss, sich vollkommen auf das Schreiben zu konzentrieren. Ihr Debütroman „Beschreibung einer Krabbenwanderung“ erschien 2018 und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Stipendium Deutscher Literaturfonds, dem Hohenemser Literaturpreis und der Alfred-Döblin-Medaille. 2020 erschien ihr ebenfalls hochgelobter zweiter Roman „Im Bauch der Königin“. Tahas Werk konzentriert sich stark auf die Erfahrungen junger Frauen mit Migrationshintergrund im Spannungsfeld zwischen der Lebenswelt ihrer Familien und dem Umfeld, auf das sie in Schule, Studium und Freizeit treffen. Man kann also davon ausgehen, dass die Werke stark autobiographisch geprägt sind.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         In „Beschreibung einer Krabbenwanderung“ ist die Protagonistin zweiundzwanzig, lebt und studiert in Deutschland und hat zahlreiche Erinnerungen an eine Kindheit im Irak. Sie hat einen Freund und daneben noch einen Liebhaber, und sie hat Träume. Alles könnte gut sein, wäre da nicht die Realität, die sie immer wieder kneift, während sie träumt. Die Realität, das sind: Sanaas Mutter Asija, die unter Depressionen leidet. Ihr Vater Nasser, der sich von seiner Familie entfremdet hat. Ihre Schwester Helin, wütend, orientierungslos. Und ihre Tante Khalida, die Tag für Tag Tabak rauchend auf dem Sofa der Familie sitzt und über alles wacht. Sanaa rebelliert gegen die Enge ihres Umfelds, ringt um Luft zum Atmen, um Freiheit. Doch sie kann der Verantwortung für ihre Familie nicht entfliehen. Also kümmert sie sich und versucht ihrer aller Wunden zu heilen. Bis plötzlich alles, was sie sich an Freiheit erkämpft hat, auf dem Spiel steht. Eine arrangierte Heirat droht. Karosh Taha gelingt es auf mitreißende Weise den Kampf um Eigenständigkeit und Emanzipation von einer auf Bewahrung ausgelegten Welt zu beschreiben. Dies geschieht in einer stilistisch sicheren Erzählweise, von der sich die Leserinnen und Leser gerne in das Buch hinein ziehen lassen. Es gibt also viele Gründe, die rechtfertigen, dass gerade dieser Roman für die erste Auflage von „Mannheim liest ein Buch“ ausgewählt wurde. Auch das Thema passt hervorragend zu Mannheim. Im Hinblick auf das Ziel, Leserinnen und Leser möglichst unterschiedlicher Altersstufen einzubinden, hätte man sich vielleicht ein etwas familienfreundlicheres Buch gewünscht. Die Debatten, die vor etlichen Jahren geführt wurden, als „Katz und Maus“ von Günter Grass zur Schullektüre wurde, können an diesem Buch nahtlos wieder aufgenommen werden.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 02 Aug 2022 16:33:31 GMT</pubDate>
      <author>183:820829231 (Raimund Gründler)</author>
      <guid>https://www.lesezeichen-mannheim.de/mannheim-liest-ein-buch</guid>
      <g-custom:tags type="string">Bücher,Taha,Nationaltheater,Dumont,Universität,Buchtipp,Mannheim</g-custom:tags>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/s/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/mlb220718-instagram-S1-0320b94a.png">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Hörspiel von Anja Kampmann</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/hoerspiel-von-anja-kampmann</link>
      <description>Mit "Kein Haus aus Sand" legt Anja Kampmann ein beeindruckendes Hörspiel vor, das mit Stimmen der Vergangenheit die aktuelle Situation in Europa reflektiert.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Vom Krieg im 20. Jahrhundert und neuem Schrecken
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/714ob9UL8tL.jpg"/&gt;&#xD;
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          Mit dem bemerkenswerten Hörspiel „Kein Haus aus Sand“ machte Anja Kampmann in den letzten Tagen auf sich aufmerksam. Das LeseZeichen ist der Leipzigerin eng verbunden, gehörte sie 2018 mit ihrem Debutroman „Wie hoch die Wasser steigen“ doch zu den ersten Gästen der damals noch jungen Lesereihe. Im letzten Jahr beeindruckte sie mit ihrem Lyrikband „Der Hund ist immer hungrig“, den sie im Rahmen eines Lesekonzerts vorstellte.
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         Die vielseitige Autorin hat sich mit ihrem jüngsten Werk, das im Radioprogramm des SWR ausgestrahlt wurde, wieder einmal Neuland erschlossen. Für dieses Stück nutzt Kampmann die Erinnerungen von Zeitzeugen der Jahre des 2. Weltkriegs und des darauf folgenden Neuanfangs, die durch die Gruppe Arbeit an Europa in ihrem Projekt „European Archive of Voices“ gesammelt wurden. Zu Wort kommen Menschen aus unterschiedlichen Ländern, vom Baltikum, dem Balkan und der Ukraine quer über den Kontinent bis nach Spanien und Irland.  In der akustischen Collage, die aus diesem Material entstand, wird deutlich, welche Eindrücke diese Menschen prägten, die in einer neuen Weltordnung und einem vereinten, friedlichen Europa eine Perspektive für sich und ihre Familien sahen.
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          Gedacht war das Hörspiel wohl eher als Dokumentation und Rückblick. Durch den russischen Überfall auf die Ukraine bekam die Arbeit aber plötzlich eine beklemmende Aktualität. Die Rückkehr des Krieges nach Europa in den letzten Monaten führt nun dazu, und dies ist die erschreckendste Erkenntnis beim Zuhören, dass bei manchem Text den Hörerinnen und Hörern nicht sofort klar ist, ob es sich um aktuelle Berichte oder die Erzählung einer lange zurück liegenden Erinnerung handelt. Besonders ist dies der Fall, wenn auch noch Kiew oder Mariupol als Ort der Handlung genannt wird. Es sind aber alles Berichte über Ereignisse der Vergangenheit.
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          Eine zweite Ebene und zusätzlichen aktuellen Bezug erhält das Hörspiel durch eingefügte Gedichte über eine fiktive Stadt im Kriegszustand. Diese Gedichte stammen aus dem 2019 erschienen Werk „Deaf Republik“ des in der Ukraine geborenen und in den USA lebenden Dichters Ilya Kaminsky, das Anja Kampmann in den vergangenen Monaten aus dem Englischen übersetzte. Unter dem Titel „Republik der Taubheit“ wird es in diesen Tagen an den Buchhandel ausgeliefert. Kampmann selbst fasst zusammen: „Mein Stück wird so, mit diesen Stimmen des Archivs, und den Mitteln der Poesie, zu einer Reflektion über die gegenwärtige Situation.“ Erschütternd kommt sie in „Kein Haus aus Sand“ zu der Erkenntnis: "Krieg und Flucht ist vielleicht das berühmteste Buch, das jedes Jahr und auf der ganzen Welt neu geschrieben wird. Krieg und Flucht, diese beiden gehören untrennbar zusammen."
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          Nachgehört werden kann die Reise zu den Wurzeln Europas in der
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    &lt;a href="https://www.swr.de/swr2/hoerspiel/kein-haus-aus-sand-swr2-ohne-limit-bis-2-uhr-2022-05-14-100.html" target="_blank"&gt;&#xD;
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            Mediathek des SWR
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      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    
          . Es ist ein lohnendes Erlebnis. Kampmann zeigt mit diesem Hörspiel einmal mehr, wie weit das Feld ist, das sie abdecken kann. Gleichzeitig gibt sie ein deutliches Signal, dass sie in der Tradition vieler Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit ihrem Werk und über ihr Werk hinaus in der Lage ist, in öffentliche Diskussionen einzugreifen.
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      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          
             „Kein Haus aus Sand“- Hörspiel von Anja Kampmann
            &#xD;
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      &lt;/font&gt;&#xD;
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  &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         gesprochen von Katja Bürkle, Friedhelm Ptok und Barbara Nüsse sowie mit Stimmen im Originalton aus dem „European Archiv of Voices“.
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  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Einrichtung und Regie: Ulrich Lampen
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         Ton und Technik: Manfred Seiler und Philipp Stein
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          Produktion: SWR 2022 in Kooperation mit Arbeit an Europa e.V.
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           Republik der Taubheit
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    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         von Ilya Kaminsky übersetzt durch Anja Kampmann
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  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         erscheinen bei Carl Hanser Verlag, 112 Seiten, 22,-- €
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 22 May 2022 20:10:20 GMT</pubDate>
      <author>183:820829231 (Raimund Gründler)</author>
      <guid>https://www.lesezeichen-mannheim.de/hoerspiel-von-anja-kampmann</guid>
      <g-custom:tags type="string">Krieg,Frieden,Anja Kampmann,Ukraine,(Leipzig),Europa</g-custom:tags>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Dafuq - ein Blick ins oppositionelle Russland</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/dafuq</link>
      <description>Schon über zwei Monate tobt der russische Angriffskrieg in der Ukraine. Intensiv wird in Deutschland die Frage diskutiert, wie vor diesem Hintergrund mit russischer Kultur und russischen Künstlern in Deutschland umgegangen werden soll. Wir stellen Ihnen heute einen Roman vor, der einen Blick ins oppositionelle Russland gewährt, der aber auch erahnen lässt, wieso eine wirkungsvolle Opposition gegen Wladimir Putin schon in den letzten Jahren nicht zustande kam.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Ein Roman von Ira Jarmysch der nachdenklich macht.
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          Schon über zwei Monate tobt der russische Angriffskrieg in der Ukraine. Intensiv wird in Deutschland die Frage diskutiert, wie vor diesem Hintergrund mit russischer Kultur und russischen Künstlern in Deutschland umgegangen werden soll. Wir stellen Ihnen heute einen Roman vor, der einen Blick ins oppositionelle Russland gewährt, der aber auch erahnen lässt, wieso eine wirkungsvolle Opposition gegen Wladimir Putin schon in den letzten Jahren nicht zustande kam. Und uns erinnert der Roman von Kira Jarmysch daran, dass ein Entsetzen über eine politische Führung und staatliche Handlungen nie auf alle Angehörigen einer Nation übertragen werden darf. Vor zwei Generationen sicherte diese Erkenntnis manchem oppositionellen Deutschen sein Überleben. Mit dieser Überlegung sind wir nahe bei einem Autor, den wir im Juli LeseZeichen begrüßen dürfen: Frido Mann. Er wurde 1940 in Kalifornien geboren, wohin sein Großvater Thomas Mann in den Jahren des Dritten Reichs mit Teilen seiner Familie geflohen war.
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          Anja Romanowa, gerade fertig mit dem Studium an einer angesehenen Moskauer Hochschule, nimmt an einer Demonstration gegen die Regierung und gegen Korruption teil und wandert für zehn Tage in den Arrest, eine Strafform, die wir in Deutschland nicht kennen und die in Russland vor allem für einfache Ordnungswidrigkeiten verhängt wird. Ihre Zelle teilt sie mit fünf anderen jungen Frauen: Da ist Maja, die in «Brust- und Po-Tuning» investiert, um reichen Männern zu gefallen und ohne gültigen Führerschein Auto gefahren ist, Natascha, die das echte Straflager kennt, oder Irka, die die Alimente für ihre Tochter nicht gezahlt hat. Sechs Leben prallen aufeinander, explosiv und oft sehr komisch, in denen sich das heutige Russland spiegelt: Armut und Reichtum, Freiheitsgeist und Putin-Gläubigkeit, traditionelle Rollen und Aufbruch in die Moderne. Die Willkür und Repression des Systems werden deutlich und manche Stelle lässt die Leserinnen und Leser fassungslos zurück. Beispielsweise, wenn ein junger Polizist in einem kurzen, eigentlich nicht vorgesehenen Gespräch mit der Inhaftierten zur erkennen gibt, dass er die Korruption und das ganze System auch satt habe und sich vielleicht auch den Demonstrationen anschließen möchte. Seine Schlussfolgerung schockiert Anja dann aber: „Wir brauchen eine neue Ordnung im Land.“ – „In Russland gab es nur einen einzigen normalen Herrscher. Unter ihm herrschte Ordnung.“ – „Nämlich?“ – „Stalin“.
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    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Wie viel Autobiographie der Roman enthält, darüber kann spekuliert werden. Manche Parallele des Lebenswegs der Autorin und ihrer Protagonistin drängt sich geradezu auf. Allerdings ging der Weg von Kira Jarmysch weit über den ihrer Romanfigur hinaus: seit 2014 arbeitet sie als Sprecherin von Alexej Nawalny, dem prominentesten Oppositionspolitiker Russlands. Dieser wurde auf Basis abstruser Vorwürfe zu einer mehrjährigen Lagerhaft verurteilt und Jarmysch befindet sich wohl an einem unbekannten Ort im Ausland. In Russland wurde sie kurz nach dem Überfall auf die Ukraine zur Fahndung ausgeschrieben. Wer die zahlreichen Verhaftungen bei den wenigen noch gewagten Demonstrationen in Russland in den letzten Wochen beobachtet hat, kann sich vorstellen, wie sich der Bewegungsspielraum auch für Personen mit dem Profil der Romanfigur Anja in den letzten Wochen noch weiter eingeschränkt hat.
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          Die Bedeutung des Romans zum Zeitpunkt seines deutschen Erscheinens im September 2021 fasste Jarmyschs Schriftstellerkollegin Lena Gorelik so zusammen: „Dieser Roman offenbart nebenbei so vieles, was man über das heutige Russland weiß und nicht weiß, weil er so politisch ist, ohne belehrend sein zu wollen, im besten Sinn des Wortes aus dem Leben. Und man außerdem richtig laut lachen muss.“ In Russland konnte das Werk in einem oppositionellen Verlag noch erscheinen. Laut Information der Süddeutschen Zeitung wird derzeit geprüft, ob es Propaganda für Suizid, Drogen oder Homosexualität enthält. Alles Themen, die im Buch vorkommen. Und wer die Situation in Russland auch nur ansatzweise kennt, geht davon aus, dass es demnächst auf der Liste der verbotenen Bücher steht.
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    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          „Dafuq“ von Kira Jarmysch erschienen im Rowohlt-Verlag, 407 Seiten, 22,-- Euro.
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    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 25 Apr 2022 18:21:02 GMT</pubDate>
      <author>183:820829231 (Raimund Gründler)</author>
      <guid>https://www.lesezeichen-mannheim.de/dafuq</guid>
      <g-custom:tags type="string">Bücher,Krieg,Russland,Ukraine,Opposition,Literatur,Roman</g-custom:tags>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Leipziger Skizzenbuch</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/leipziger-skizzenbuch</link>
      <description>Leipziger Skizzenbuch mit Skizzen von Niels Gormsen und Gedichten von Manfred Klenk, Ralph Grüneberger und Michael Augustin führt in die sächsische Messestadt.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Mit Lyrik von Manfred Klenk, Ralph Grüneberger und Michael Augustin
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  &lt;br/&gt;&#xD;
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            Dichtung trifft Grafik und bildende Kunst. Diese Kombination hat schon manche bibliophile Perle hervorgebracht. Auch das neu vorgelegte „Leipziger Skizzenbuch“ baut auf dieser Kombination auf. Zeichnungen von Leipziger Gebäuden und Landschaften werden von Gedichten begleitet, die direkt Bezug zur Abbildung nehmen. Eine Ansicht der Nicolaikirche wird so beispielsweise von einem Gedicht „1989: Leipzig, keine Gewalt“ begleitet.
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            Auch wenn es der Titel nicht unbedingt nahelegt, hat das Buch einen starken Bezug zu Mannheim. Und dies liegt nicht nur daran, dass es im Mannheimer Waldkirch Verlag veröffentlicht wurde. Die Skizzen stammen von Niels Gormsen. Als Baubürgermeister wirkte er in den Siebziger- und Achtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts in Mannheim. Nach dem Fall der innerdeutschen Grenze übernahm er 1990 die gleiche Aufgabe in Leipzig und prägte maßgeblich die städtebauliche Entwicklung der Messestadt in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung. Üblicherweise machen sich Menschen Notizen, wenn sie sich etwas merken wollen. Gormsen machte sich Skizzen. Und so entstand im Laufe der Jahre eine beachtliche Sammlung interessanter Leipziger Ansichten. Wobei "Skizzen" oft eine höfliche Untertreibung ist. Meist sind es recht detaillierte und detailgetreue Zeichnungen.
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            Die begleitenden Gedichte stammen von dem Leipziger Lyriker Ralph Grüneberger, dem Schriftsteller Michael Augustin und Manfred Klenk. Und damit haben wir den dritten Bezug zu Mannheim. Als 2. Vorsitzender des Literarischen Zentrums Rhein-Neckar e.V. Räuber 77 ist er ein tragendes Element der literarischen Szene in unserer Stadt. Er organisiert Literatur und immer wieder tritt er selbst als Lyriker in Erscheinung. Darüber hinaus sind seine Rezensionen lyrischer Werke geschätzt und viel veröffentlicht. Mehrmals konnten wir Gedichte und Buchbesprechungen von Manfred Klenk schon in dieser LeseEcke unserer Homepage oder in unserem Newsletter vorstellen. Wir freuen uns mit ihm über das gelungene Werk, in dem zum Beispiel die Gedichte „Leipzig 2015“, „Am Poetenweg“ und „Absetzer“ von ihm enthalten sind. Freundinnen und Freunden des LeseZeichens wird vielleicht auch das Gedicht „Vor dem Gewandhaus“ bekannt vorkommen. Michael Augustin hatte es 2020 unserer Gedichtesammlung zum Welttag der Poesie beigefügt.
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           Das „Leipziger Skizzenbuch“ ist zum Preis von 25,-- € in allen Buchhandlungen erhältlich.
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    &lt;/span&gt;&#xD;
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      <pubDate>Sun, 20 Mar 2022 19:42:22 GMT</pubDate>
      <author>183:820829231 (Raimund Gründler)</author>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>2 Jahre Pandemie - Blick auf die Literaturveranstaltungen</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/2-jahre-pandemie</link>
      <description>LeseZeichen Kurator Raimund Gründler stellt sich der Frage, welche Rolle Online und Streaming im Literaturbetrieb einnehmen können, wenn der Live-Betrieb wieder voll anläuft.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Streaming als dauerhaftes Element des Literaturbetriebs?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/Screenshot+2.JPG"/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Auch das LeseZeichen streamte Veranstaltungen.
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
           Ziemlich genau zwei Jahre ist es her, dass der erste Coronafall in Deutschland bestätigt wurde. Hätte zu diesem Zeitpunkt jemand die Ereignisse der darauf folgenden Monate prognostiziert, würde man ihm oder ihr vermutlich eine blühende Phantasie bescheinigt und eine rosige Zukunft als neuer Star der Science-Fiction-Szene vorausgesagt haben. Als reale Zukunftsperspektive wären die Gedanken wohl nicht durchgegangen.
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    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Veränderungen und Einschränkungen, wie sie dann recht schnell notwendig wurden, lagen vor zwei Jahren außerhalb aller realistischen Vorstellungen. Vieles, was wenige Tage zuvor noch selbstverständlich war, wurde unmöglich. Vom gemeinsamen Abendessen mit Freunden über den Einkaufsbummel und Kurzurlaub bis hin zum Theaterbesuch. Rückzug, Abschottung und Selbstisolation hießen die Gebote der Stunde. Alles Verhaltensweisen, die ein übliches soziales Leben unmöglich machen – und ebenso das kulturelle - sieht man einmal von der einsam in ihrer Schreibstube um einen Wortfluss kämpfenden Autorin und dem in einer ruhigen Ecke vor sich hinschmökernden Leser ab. Und selbst da gab es viele, die die stimulierende Atmosphäre eines Kaffeehauses vermissten. Diese Einrichtung als Ort der Kreativität scheint doch mehr als ein Klischee zu sein.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Erfreulicherweise wurde aber nicht nur Wegfallendes beklagt. Gerade im Kulturleben entstanden rasch neue Formate und Angebote. Ein kleines Beispiel dafür ist unsere Literaturinitiative LeseZeichen. Als die klassischen Veranstaltungen, die bis dahin die Arbeit überwiegend prägten, wegfielen, wurden Alternativen gesucht und gefunden. Der regelmäßige Newsletter ist ein Ergebnis dieser Suche. Ursprünglich gedacht, um den Kontakt zum Stammpublikum zu halten, hat er sich zu einem eigenständigen Element im Programm entwickelt. Alle vierzehn Tage werden Informationen rund um die Welt der Literatur an die beständig wachsende Leserschar verschickt. Auch wenn ein Schwerpunkt der Nachrichten in Mannheim und der Rhein-Neckar-Region liegt, wächst die Zahl der Abonnenten auch überregional kontinuierlich.
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    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Ebenso waren Veranstaltungen unter freiem Himmel und Übertragungen von Lesungen ins Internet Neuland für das LeseZeichen. Wer die Lesung mit Wolfgang Bunzel zu Bettine von Arnim oder den Abend mit Marion Tauschwitz im Gedenken an Hilde Domin im Zeughausgarten der Reiss-Engelhorn-Museen erlebte, hätte sich keinen passenderen Ort für diese Abende vorstellen können. Die Sommerbühne hinter dem Museum war aber nur entstanden, um Kulturveranstaltern eine aerosolensichere Veranstaltungsmöglichkeit in den Sommermonaten zu bieten. Dem Partner MARCHIVUM verdankt das LeseZeichen wiederum die Erfahrung mit gestreamten Lesungen. Das Mannheimer Archiv wollte seine oft lange geplanten Veranstaltungen nicht einfach absagen. So wurden sie auch in den Zeiten, als kein Publikum vor Ort sein konnte, durchgeführt und ins Internet übertragen. Das galt auch für die Kooperationsveranstaltungen mit dem LeseZeichen, den Lesungen mit Jana Hensel, Frank Winter und Ira Peter. Natürlich fehlte der direkte Kontakt zum Publikum. Andererseits wurden an jedem der Abende mehr Gäste begrüßt, als im MARCHIVUM Platz gehabt hätten. Ein weiterer Vorteil ist, dass die letzte Lesung sogar länger online abrufbar bleibt. Mit
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    &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=7HY7Kis5PvY&amp;amp;t=1s" target="_blank"&gt;&#xD;
        
            diesem Link
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      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
    
          gelangen Sie zur Lesung mit Ira Peter.
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  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Eine Frage, die wir uns jetzt schon stellen, ist natürlich: „Was wird von diesen Neuerungen bleiben, wenn Corona einmal nur noch eine unschöne Erinnerung ist?“ Bei Newsletter und Freiluftlesungen ist die Antwort einfach. Hierzu braucht es keine Pandemie, um diese Dinge zu schätzen. Sie sind einfach gut und werden bleiben. Aber wie geht es mit den Online-Veranstaltungen weiter?  Sicher ist es sinnvoll, den Blick in dieser Frage etwas über die Mannheimer Region hinaus schweifen zu lassen. Für die Literatur stellte sich die Situation in den zwei Pandemiejahren folgendermaßen dar: die Buchmessen gingen mit ihrem Veranstaltungsprogramm online, Verlage streamten und nahezu jedes Literaturhaus wurde zum digitalen Sender. Hinzu kamen die Bloggerinnen und Buchexperten, die über Instagram ihre Live-Gespräche anboten. Fast jeden Abend war für das literarisch interessierte Publikum etwas geboten. Die Praxis, viele Streams langfristig in Mediatheken oder auf Plattformen, wie zum Beispiel Youtube, einzustellen, vergrößerte die Auswahl um ein Vielfaches. Wird diese Fülle bleiben? Werden die Veranstalter auch weiterhin übertragen, wenn gleichzeitig Publikum im Saal wieder erlaubt ist? Hybrid heißt das Zauberwort für diese Veranstaltungsform, die derzeit schon kräftig erprobt wird.
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Einig sind sich alle Akteure der Literaturszene, egal ob Autor oder Kritikerin, Moderatorin oder Veranstalter, dass der direkte Kontakt mit dem Publikum durch nichts zu ersetzen ist. Umgekehrt gibt es viele Leserinnen und Leser, die einmal die Person direkt erleben möchten, die hinter dem geschätzten Buch steckt. Auch eine Widmung ins Buch bekommt man digital nicht. Die große Resonanz auf die gestreamten Veranstaltungen zeigt aber, dass auch digitale Formate angenommen werden. Es stellt sich nur die Frage, ob sie lediglich als Ersatz und Notlösung angeboten und akzeptiert wurden oder ob sie sich dauerhaft und pandemieunabhängig etablieren können. Losgelöst von der Einschätzung der Erwartungen des Publikums kommen aus der Literaturszene Stimmen, die eine Entwertung der klassischen Veranstaltungen durch die Übertragung ins Internet vermuten. Ebenso wurde schon die Befürchtung geäußert, das sowieso schon knapper werdende Angebot an Lesemöglichkeiten für Autorinnen und Autoren könne sich weiter verringern. Eine Präsenzlesung vor Publikum kann in jeder Stadt neu angeboten werden. Dagegen genügt theoretisch eine einzige Online-Lesung um alle Interessierten zu erreichen, vollkommen unabhängig von ihrem Wohnort.
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    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Eigentlich führen wir hier die gleiche Diskussion, die sich bei der Frage „live dabei oder Fernsehprogramm“ schon seit Jahrzehnten stellt. Aufgrund der Erfahrung mit den Auswirkungen dieses Mediums sei an dieser Stelle eine Prognose gewagt: der Veranstaltungsbereich wird auch gegen die neue Konkurrenz bestehen. Je stärker die Sorge vor Ansteckung in den kommenden Monaten sinken wird, desto mehr wird der Wunsch nach direktem Erlebnis wieder steigen. Dies belegten bereits 2021 die begeisterten Reaktionen, mit der die unterschiedlichen Sommerveranstaltungen angenommen wurden. Das Fernsehen hat dieses Bedürfnis nicht überflüssig gemacht und das Internet wird dies auch nicht tun.
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  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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          Langfristiger Verlierer könnte aber das klassische Fernsehen werden. Das interessierte Publikum hat sich an die Vielfalt der Angebote gewöhnt. Eine ins Internet gestreamte Lesung aus dem Literaturhaus Frankfurt wird als konkrete Alternative zum Fernsehprogramm wahrgenommen. Die fortwährende Ausdünnung der Literaturformate im Fernsehen wirkt dabei als Chancenverstärker für die digitale Konkurrenz im Internet.
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Was die gedruckte Presse schon seit einigen Jahren erleben muss, wird sich im Bereich Fernsehen nun fortsetzen: die klassischen Anbieter verlieren mehr und mehr die Bedeutung, die Themen zu setzen, mit denen sich die Leserinnen und Leser bzw. Zuschauerinnen und Zuschauer befassen können bzw. sollen. Gleichberechtigt und auf gleichen Wegen zu beziehen, bewegt sich nun eine bunte Vielfalt von Produzenten. Schon seit vielen Jahren wird diese Entwicklung unter dem Stichwort „jeder kann zum Sender werden“ beschrieben. War diese Entwicklung bisher aber oft von Einzelpersonen getrieben, die sich mit ihrem Blog oder Youtubekanal teilweise eine erstaunlich große Resonanz geschaffen haben, scheint sich die Entwicklung nun in die Richtung zu verändern, dass Veranstalter gleichzeitig ihr eigener Sender werden. Im Sport war diese Entwicklung schon vor der Coronapandemie zu beobachten. Sportarten, die nicht ausreichend Fernsehzeiten erhielten, entwickelten ihre eigenen Formate im Internet, teilweise mit sehr gutem Erfolg. Es wäre nicht überraschend, wenn dieser Trend zu veranstaltergetriebenen Sendungsformaten sich nun auch in der Kulturszene weiterentwickeln würde, durchaus auch in Kooperation mehrerer Akteure. Wie wäre es mit einem gemeinsamen Portal der Literaturhäuser? Oder einem Angebot des Börsenvereins mit dem er seine Mitglieder unterstützt?
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    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Egal, wie die Aktivitäten aufgebaut werden, es wird vermutlich nicht den Verlierer „Veranstaltungen“, sondern den Gewinner „literarische Szene“ geben, der von einer großen zusätzlichen Öffentlichkeit profitieren wird.
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    &lt;br/&gt;&#xD;
    
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  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Fri, 28 Jan 2022 16:09:40 GMT</pubDate>
      <author>183:820829231 (Raimund Gründler)</author>
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    </item>
    <item>
      <title>"Februar 33 - Der Winter der Literatur"</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/februar-33</link>
      <description>Buchvorstellung: "Februar 33 - Der Winter der Literatur"</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Ein Monat, in dem die Welt aus den Fugen gerät.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/Wittstock.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Bücher über das Ende der Weimarer Republik und die Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 füllen ganze Regale. Man könnte meinen, dass dieser dunkle Moment der deutschen Geschichte in allen Einzelheiten analysiert und erzählt ist. Und doch gelingt es dem Literaturkritiker und Journalisten Uwe Wittstock durch eine geschickte Wahl der Perspektive einen besonders klaren Blick auf diese entscheidenden Tage zu eröffnen. Sein im August vorgelegtes Buch „Februar 33 – Der Winter der Literatur“ kann durchaus zu den Höhepunkten des Bücherherbsts 2021 gezählt werden.
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    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  
         Chronologisch stellt der Autor Ereignisse dar, die sich zwischen dem 28. Januar und dem 15. März 1933 abspielten. Also von den Tagen direkt vor der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler bis zu den Tagen nach der Reichstagswahl am 5. März 1933. Was auf den ersten Blick wie eine Aneinanderreihung einzelner Berichte der Erlebnisse verschiedener Autorinnen und Autoren, Verleger und Journalisten erscheint, fügt sich zu einem Gesamtbild von großer Dichte.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Die Leserinnen und Leser erleben, wie Theaterstücke von Bertolt Brecht oder Else Lasker-Schüler von den Spielplänen der Theater verschwanden, Heinrich Mann und Käthe Kollwitz aus der Akademie der Künste hinausgedrängt werden, Alfred Döblin sich in letzter Minute noch in die Schweiz absetzen kann und Carl von Ossietzky verhaftet wird. Von Tag zu Tag verfolgt Wittstock, wie das glanzvolle literarische Leben der Weimarer Zeit in wenigen Wochen zusammenbricht. Auch wer von sich meint, in der jüngeren Geschichte bewandert zu sein, ist von der Geschwindigkeit des kompletten Zusammenbruchs des demokratischen Staatswesens aufs Neue erschüttert. Am Beispiel der einzelnen Schriftstellerinnen und Schriftsteller wird aufgezeigt, wie Leistungen und Verdienste von einem Tag zum anderen nichts mehr zählen.
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    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  
         Auch wenn Wittstock die Tage weitgehend anhand der Schicksale der Literaten erzählt, gelingt ihm eine generelle Darstellung der Etablierung der nationalsozialistischen Epoche. Die Fehleinschätzung bürgerlich-konservativer Kräfte wird ebenso deutlich wie die Verantwortung des Reichspräsidenten. Und es wird sichtbar, wie gezielt freigesetzte staatliche Willkür und professionell instrumentierte Gewaltausbrüche wesentliche Faktoren dieser Tage waren.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ein lesenswertes Buch, das die Darstellung einer dramatischen historischen Epoche mit einem Streifzug durch die literarische Szene ihrer Zeit verbindet.
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  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  
         „Februar 33 – Der Winter der Literatur“ von Uwe Wittstock ist erschienen im Verlag C.H. Beck, 288 Seiten, 24,-- €.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 22 Nov 2021 05:50:32 GMT</pubDate>
      <author>183:820829231 (Raimund Gründler)</author>
      <guid>https://www.lesezeichen-mannheim.de/februar-33</guid>
      <g-custom:tags type="string">Beck Verlag,Buchvorstellung,Wittstock,Buchtipp,Uwe Wittstock</g-custom:tags>
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    </item>
    <item>
      <title>"Con Gusto - Die kulinarische Geschichte der Italiensehnsucht"</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/con-gusto</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Nicht immer war die Küche aus dem Süden popöulär.
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/IMG_6439.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  
         Wer heute die Vielzahl italienischer Restaurants in unseren Städten sieht, von der einfachen Pizzeria bis zum Gourmettempel, wer erlebt, mit welcher Begeisterung deutsche Touristen in Italien sich Pasta und Saltimbocca alla Romana oder al Limone hingeben, kann sich nicht vorstellen, dass es einmal anders war. Und doch war es so, wie der Literaturwissenschaftler Dieter Richter, der seit über 40 Jahren zu Italien und den Beziehungen deutscher Künstler zu diesem Land forscht, in seinem Band „Con Gusto – Die kulinarische Geschichte der Italiensehnsucht“ aufzeigt. 
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Zu Goethes Zeiten galt die italienische Küche mit dem intensiven Einsatz von Knoblauch und Öl für die Reisenden aus dem Norden noch als äußerst unverdauliche, ja für den nordischen Magen und Darm sogar schädliche Küche. Lang hat es gedauert, bis die Speisen Italiens auch in deutschen Landen Einzug hielt: Zuerst exportierten wandernde „Zitronenmänner“ und „Pomeranzengänger“ die Südfrüchte in den Norden. Später brachten die Eisdielen den Duft des Südens. Es folgten die Pizzerien und besseren Lokale. Richter zeichnet die Entwicklung der Annäherung kenntnisreich nach. Immer wieder müssen die Leserinnen und Leser ob der Vorurteile schmunzeln. 
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Und etwas tröstlich ist die Tatsache, dass die Schwierigkeiten durchaus gegenseitig waren. Italienische Gastarbeiter, die schon im 19. Jahrhundert nach Deutschland kamen, hatten auch ihre liebe Müh und Not mit Spätzle und Kartoffeln und manch italienisches Lebensmittelgeschäft in deutschen Landen hatte seinen Ursprung in der Sehnsucht vieler der neuen Mitbürger nach Spaghetti und Parmesankäse. Auch dieser Blickwinkel bleibt nicht unberücksichtigt. Vollends zur kleinen Kulturgeschichte wird „Con gusto“ wenn Richter auf die inneritalienischen Unterschiede eingeht. Nach der Einigung Italiens in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigte sich schnell, dass die Norditaliener, deren Küche stark von den engen Beziehungen zu den habsburgischen Landen geprägt war, genauso mit der Küche Roms oder Neapels fremdelten, wie es vorher den Reisenden aus vielen europäischen Ländern ergangen war. „Butterküche“ oder „Ölküche“ waren auch hier die Schlagworte. Heute kaum mehr vorstellbar ist es, dass die Pizza selbst in Rom erst nach 1945 richtig populär wurde, nur kurz bevor sie in Deutschland Einzug hielt. Davor war sie ein neapolitanisches Regionalgericht. 
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    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Für die Auseinandersetzung mit der italienischen Küche ist Richter übrigens prädestiniert. Hat er uns doch schon vor fast vierzig Jahren mit seinem 1984 erschienen Buch „Schlaraffenland. Geschichte einer populären Phantasie“ indirekt dorthin geführt und gezeigt, wie wir sie im 21. Jahrhundert wahrnehmen.
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    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Erschienen ist das Buch in einer bei Bücherliebhabern besonders beliebten Reihe: SALTO. Die liebevoll gestalteten kleinen roten Bände des Verlags Klaus Wagenbach stechen in jedem Bücherregal sofort heraus. Oft sind es literarische Reiseführer oder besonders sorgsam ausgewählte Texte aus dem Bereich Kunst und Kultur. Aber auch die Literatur ist gut vertreten. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie stets eine Einladung zu einer kulturellen Begegnung sind und neue Blickwinkel eröffnen. Und da fügt sich „Con gusto“ perfekt ein.
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    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           „Con gusto – Die kulinarische Geschichte der Italiensehnsucht“ von Dieter Richter ist erschienen im Verlag Klaus Wagenbach, 168 Seiten, 20,-- €.
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    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sat, 30 Oct 2021 15:16:38 GMT</pubDate>
      <author>183:820829231 (Raimund Gründler)</author>
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    </item>
    <item>
      <title>Nobelpreisträgerin neu übersetzt</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/sigrid-undset</link>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Kristin Lavranstochter von Sigrid Undset in neuer  Auflage erschienen.
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  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/s/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/Lavrans+3.jpg"/&gt;&#xD;
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         Mit großem Interesse erwarteten die Freundinnen und Freunde guter Literatur in der gerade ausklingenden Woche die Vergabe des Literaturnobelpreises 2021. Und als die Entscheidung über die Ticker lief, schauten sich die meisten etwas hilflos um: Abdulrazak Gurnah, der Name des 1948 auf Sansibar geborenen und seit vielen Jahrzehnten in England lebenden Autors, sagte ihnen noch nichts. Was in unserem Sprachraum sicherlich daran liegt, dass aus seinem vielfältigen Werk bisher lediglich der 1988 erschienene Roman „Pilgrims Way“ auch eine deutsche Übersetzung erhielt, die 2004 unter dem Titel „Schwarz auf Weiß“ vorgelegt wurde. Wir können sicher sein, dass weitere Romane, Erzählungen und Essays nun bald durch die Hände guter Übersetzerinnen und Übersetzer gehen werden. Mit den zentralen Themen Migration und koloniale Vergangenheit seiner afrikanischen Heimat werden Gurnahs Schriften in Deutschland nun ganz aktuelle Diskussionen bereichern.
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Gilt es den neuen Literaturnobelpreisträger noch zu entdecken, sorgt der Kröner Verlag dafür, dass eine seiner frühen Vorgängerinnen nicht in Vergessenheit gerät: Sigrid Undset.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Schon der Weg Undsets in die Literatur ist eine Erzählung wert. Ihr Vater, ein renommierter Archäologe, weckt früh das Interesse seiner ältesten Tochter an Geschichte und Kulturgeschichte. Als Sigrid elf Jahre alt ist, stirbt er. Die nun schlagartig sehr mageren finanziellen Möglichkeiten der Familie führen dazu, dass ihre Schullaufbahn bereits mit der Mittelschulprüfung endet und der Einstieg ins Berufsleben als Sekretärin wartet. Aber die Leidenschaft für Geschichte und Literatur ist da und lässt die junge Dame nicht mehr los. In jeder freien Minute versinkt sie in Büchern und bald beginnt sie auch selbst zu schreiben. Und so unglaublich es klingt, Sigrid Undset steigt als reine Autodidaktin zu einer der führenden Intellektuellen Norwegens auf. 1928, sie ist gerade einmal 46 Jahre alt, erhält sie wohl die höchste Ehre, die es für eine Autorin geben kann. Ihr wird der Literaturnobelpreis  verliehen. Geehrt wird sie vor allem für ihren dreibändigen Roman „Kristin Lavranstochter“. Das Nobelpreiskomitee führt in seiner Begründung an, sie werde „vornehmlich für ihre mächtigen Schilderungen aus dem mittelalterlichen Leben des (skandinavischen) Nordens“ ausgezeichnet.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Der Stuttgarter Kröner Verlag hat sich diesem Hauptwerk der norwegischen Romanliteratur nun angenommen und die erfahrene Übersetzerin Gabriele Haefs mit einer Neuübersetzung der Geschichte, die im 14. Jahrhundert spielt, beauftragt. Der erste der drei Bände, „Der Kranz“ ist vor einigen Wochen erschienen.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Dieser erste Teil der Trilogie begleitet die titelgebende Kristin, den strahlenden Liebling ihres Vaters Lavran, von der frühesten Kindheit bis zu ihrer Hochzeit. Undset entwickelt rund um ihre Hauptfiguren das Bild des mittelalterlichen Norwegens. Vor den Leserinnen und Lesern entfaltet sich ein farbiges Panorama der in strenge Strukturen und Sitten eingezwängten ständischen Gesellschaft mit all ihren Pflichten und Zwängen, aber auch ihren Sicherheiten und Gewissheiten. Und mitten drin Kristin, die so sehr die Erwartungen ihres über alles geliebten Vaters erfüllen möchte und doch von der Liebe auf ganz andere Pfade und in einen bitteren Trotz geführt wird. Mutig widersetzt sie sich der patriarchalischen Männergesellschaft und ebenso der dominanten Rolle der Kirche. Sie geht ihren Weg mit einer Beharrlichkeit, die sie am Ende an ihr Ziel, die Hochzeit mit dem von ihr und nicht dem von ihrem Vater ausgewählten Mann bringt. Aus Liebe entwickelt sie sich zu einer starken, eigenständigen Frauenfigur, die auch ins 21. Jahrhundert passen würde. Und doch ist der Roman auch eine Ode an die alte, streng geregelte Gesellschaft, denn an keiner Stelle des Buchs blitzt auch nur ansatzweise die Hoffnung auf, dass Kristin sich auf dem Weg in eine glückliche Zukunft befindet. Im Gegenteil: je näher sie ihrem Ziel kommt, desto größer wird ihre Verzweiflung.
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    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      
           Mit der auch in Materialauswahl und Aufmachung sehr sorgsam gestalteten Neuedition legt der Kröner Verlag nicht nur ein zeitlos lesenswertes Buch vor. Gleichzeitig macht er sich in einer für Verlage nicht einfachen Zeit um ein großes literarisches Erbe verdient, das er mit einer neuen Auflage aus dem frühen 20. ins 21. Jahrhundert holt. Die Vorfreude auf die Bände 2 und 3 ist groß.
          &#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sun, 10 Oct 2021 10:49:53 GMT</pubDate>
      <author>183:820829231 (Raimund Gründler)</author>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Ein neues Meisterwerk von Patrick Modiano</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/ein-neues-meisterwerk-von-patrick-modiano</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
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         Der Literaturnobelpreisträger mit unsichtbarer Tinte
         
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            Es passiert immer wieder: ein Mensch verschwindet von einem Tag auf den anderen und selbst engste Freunde können es sich nicht erklären. Ist etwas passiert – oder hat der- oder diejenige sich abgesetzt, weil er an einem anderen Ort ein neues Leben beginnen möchte?
             
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           Mit genau so einer Situation konfrontiert der französische Nobelpreisträgers Patrick Modiano den Ich-Erzähler in seinem neuen Roman. Warum verliert sich Mitte der 60er des vorigen Jahrhunderts mitten in Paris plötzlich die Spur von Noëlle Lefebvre. Wer ist sie überhaupt? Jean Eyben ist knapp zwanzig, als er in einer Pariser Detektei auf diesen Fall angesetzt wird. Alle Hinweise führen ins Leere, doch das Rätsel lässt Jean auch Jahre später nicht los. In unregelmäßigen Abständen greift er im Laufe der nächsten Jahrzehnte das Thema auf, obwohl es schon lange nicht mehr sein beruflicher Auftrag ist. Er findet Personen aus dem Umfeld der Verschwundenen, entdeckt einzelne Facette ihres Lebens und doch scheint sich der Schleier nicht zu lüften, der sich um ihr Leben und ihr Verschwinden legt.
            
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      &lt;br/&gt;&#xD;
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            „Unsichtbare Tinte“ ist ein typischer Modiano-Roman: Identitätssuche, Vergessen und Erinnerung sind zentrale Elemente, die durch filigran herausgearbeitete Feinheiten der Wahrnehmung ihre besondere Wirkung entfalten. Und natürlich dürfen die Streifzüge durch Paris nicht fehlen, die die Werke des vielfach ausgezeichneten Autors stets prägen. Wobei der Abstecher nach Rom im neuesten Werk einen bemerkenswerten Kontrastpunkt setzt. Der kleine Roman verblüfft und berührt. Er zieht die Leserinnen und Leser förmlich in die Geschichte hinein – und am Ende lässt er sie überrascht und fasziniert wieder in ihren Alltag hinaustreten.
            
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           "Unsichtbare Tinte" von Patrick Modiano ist erschienen im Hanser Verlag, 114 Seiten, 20,00.-- €.
          
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      <pubDate>Sun, 28 Mar 2021 16:22:39 GMT</pubDate>
      <author>183:820829231 (Raimund Gründler)</author>
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    </item>
    <item>
      <title>Poesie von Anja Kampmann</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/poesie-von-anja-kampmann</link>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
         "Der Hund ist immer hungrig" - Poesie zum Nachdenken
         
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  &lt;br/&gt;&#xD;
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          „Erinnerungen sind ein Pfund, mit dem sich dichterisch wuchern lässt. Für Anja Kampmann bedeuten Flashbacks eine Quelle enormer Produktivität.“ stellt der MDR-Literaturkritiker Ulf Heise bei der Besprechung des neu erschienenen Gedichtbands von Anja Kampmann fest. Und in der Tat erwecken viele der Gedichte in dem neu vorgelegten Band „Der Hund ist immer hungrig“ den Eindruck, dass sie zurückblicken in die noch gar nicht so lange zurück liegenden Jugendjahre der Autorin. Die Verse setzen Landschaft und Gesellschaft in Relation, erzählen vom Marschland und vom Mädchen auf dem Spielplatz, von der naiven Sehnsucht nach dem großen Leben und von Klassenkameraden:
         
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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         in meiner klasse sitzt der sohn des schweinebauern
         
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  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
         es saßen andere söhne. viele hatten acker, rüben
         
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  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
         eine schwäche fürs feuerlöschen, oder schreckschuss
         
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  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
         dennoch die apfelbäume blühten
         
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  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          die nächte noch kühl
         
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Nur die Autorin kann einschätzen, wo die Erinnerung in die Fiktion übergeht. Aber ist nicht das genau das, was die literarische Arbeit ausmacht und von der reinen Biographie ausmacht. Und veröffentlichte nicht Goethe die Erinnerungen an die ersten 25 Jahre seines Lebens unter dem Titel „Dichtung und Wahrheit“? So lassen wir die indiskreten Überlegungen und erfreuen uns daran, wie virtuos Kampmann mit der Sprache umzugehen vermag und genießen ihren natürlichen, unkomplizierten Ausdrucksstil. Fähigkeiten, die übrigens auch ihre Prosaarbeiten zu dem großen Lesegenuss machen, den sie darstellen.
           
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    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Sehnt sich die Jugend nach der weiten Welt, so öffnet sich auch der Gedichtband und greift zurückliegende und aktuelle gesellschaftliche Probleme, nationalsozialistische Vergangenheit, Kriege und Umweltzerstörung auf. Ein umfangreicher Anmerkungsteil ist ausgesprochen hilfreich, das die die historischen, politischen und naturwissenschaftlichen Bezüge nicht immer sofort erkennbar sind.
         
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  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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         „Der Hund ist immer hungrig“ von Anja Kampmann ist erschienen im Hanser Verlag, 120 Seiten, 20,00 €,
         
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 21 Mar 2021 16:58:25 GMT</pubDate>
      <author>183:820829231 (Raimund Gründler)</author>
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    </item>
    <item>
      <title>"Die Welt neu beginnen" - Portrait einer Epoche</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/die-welt-neu-beginnen-portrait-einer-epoche</link>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
         Helge Hesse führt in die Jahre 1775 - 1779
         
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  &lt;br/&gt;&#xD;
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          Bestimmte Jahre werden in der Wahrnehmung mit einzelnen Ereignissen verbunden. Gedenktage und Jubiläumsfeiern sorgen dafür, dass die Erinnerung an diese Momente der Weltgeschichte regelmäßig aufgefrischt werden. Und steht ein rundes Jubiläum an, füllen sich Büchertische mit Neuerscheinungen zum entsprechenden Ereignis. Zur Zeit können wir dies mit der Erinnerung an die Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 erleben. Allerdings führen solche Gedenken oft zu einer isolierten, losgelösten Betrachtung einzelner Höhepunkte der Geschichte.
           
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
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          Einen anderen Weg geht nun der Autor Helge Hesse mit seinem Werk „Die Welt neu beginnen“. Er befasst sich mit den letzten 25 Jahren des 18. Jahrhunderts, einer Epoche, in der sich die Welt nicht nur an einer Stelle oder in einem Bereich veränderte, sondern, so könnte man etwas flapsig formulieren, an allen Ecken und Enden und kaum ein Stein auf dem anderen blieb. Die politischen Veränderungen durch den Ausbruch der französischen Revolution im Jahr 1789 hat sich aus dieser Epoche auch in Deutschland wohl am stärksten im öffentlichen Gedächtnis gehalten. Aber wem ist auf Anhieb bewusst, dass in diesen Jahren auch die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Unabhängigkeit erklärten und erkämpften, James Cook auf seinen Entdeckungsfahrten den Pazifik und William Herschel das Weltall kartographierten. Die Dampfmaschine von James Watt revolutionierte die Arbeitswelt und die Gedanken von Hegel und Kant die Philosophie. Ein völlig neues Menschenbild entstand - frei und gleich sollte der Mensch plötzlich sein! Diese Idee ging mit Umwälzungen in Politik und Gesellschaft, Wissenschaften und Künsten einher. Es bildeten sich Fundamente und Werte, wie sie - trotz aller Gefahren - bis in unsere Gegenwart Bestand haben.
           
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
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          Helge Hesse erzählt von diesem Aufbruch und seinen Folgen. In einer mitreißenden Tour d'Horizon spürt er den Zielen und Hoffnungen von großen Figuren der Geschichte und ihrer Zeit nach. Wer ihm folgt, erlebt Goethe und Franklin, Washington, Mozart, Lichtenberg und viele andere aus nächster Nähe. Und begreift, wie das entstand, was wir gemeinhin „westliches Abendland“ nennen. Helge Hesse zeigt sich wieder einmal als virtuoser Meister der erzählten Geschichte und der Darstellung von Zusammenhängen und Querverbindungen. Und ganz nebenbei freut sich die Leserinnen und Leser aus Mannheim darüber, wie oft auch ihre Stadt in diesen Jahren des epochalen Umbruchs auch Schauplatz und Ort der Begegnung war. So zum Beispiel mit der für die Entwicklung der Literatur und des Schauspiels so zentralen Uraufführung der Räuber von Friedrich Schiller.
         
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      <pubDate>Sun, 07 Mar 2021 17:14:10 GMT</pubDate>
      <author>183:820829231 (Raimund Gründler)</author>
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    </item>
    <item>
      <title>"Von Frauen und Rabbinern"</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/von-frauen-und-rabbinern</link>
      <description>Unser Buchtipp für die Woche, in der  am 27. Januar der Opfer des Nationalsozialismus gedacht wird, führt uns in die untergegangene Welt des osteuropäischen Judentums. Es ruft uns in Erinnerung, welch reiche und über Jahrhunderte gewachsene Kultur mit der Vernichtung der Menschen, die sie geprägt und täglich gelebt haben, vernichtet wurde.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
         Ein besonderes Dokument untergegangener jüdischer Kultur
        
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         Vor wenigen Wochen erschien im Verlag „Die Andere Bibliothek“ wieder einmal ein Werk, das wie manches der stets hochwertig gestalteten und in limitierter Auflage vorgelegten Bücher dieses Verlags von Anbeginn an als eine Rarität auf dem Buchmarkt bezeichnet werden kann. Erstmals wurden nun mit „Die Rebbezin“ und „Lejbe-Lejsers Hof“ in „Von Frauen und   Rabbinern“ zwei umfangreiche Erzählungen des großen Jüdischen Erzählers Chaim Grade in deutscher Sprache gedruckt. Grade wurde 1910 im litauischen Wilna (heute Vilnius) geboren. In dieser Zeit führte die Stadt den Beinamen „Jerusalem des Nordens“, sie war ein Zentrum der  jüdischen Aufklärung, rund 40 Prozent der Bevölkerung gehörten dem jüdischen Glauben an. Aus dieser Welt der osteuropäischen Juden der zwanziger und dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts erzählt Grade. Er schreibt über die Welt der gelehrten Rabbiner genauso wie   über das Leben von Arbeitern   und Handwerkern, Fuhrleuten, Metzgern und Markthändlern.  Wir erleben Alltag und Festtage. Weniger Fromme werden mit streng religiösen Zeitgenossen konfrontiert. Die eine Frau will den Scheidebrief nicht annehmen und die andere Frau  verzweifelt beinahe am mangelnden Ehrgeiz ihres gutmütigen Ehemanns.
         
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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           Vor allem erzählt er aber von einer untergegangenen Welt, denn in der heutigen litauischen Hauptstadt Vilnius erinnert kaum mehr etwas an diese Zeit. In den Jahren der deutschen Besatzung während des 2. Weltkriegs wurde auch in Litauen das jüdische Leben nahezu ausgelöscht. Chaim Grade konnte fliehen. Über die Sowjetunion und Paris führte ihn sein Weg   in die USA, die zu seiner zweiten Heimat werden sollten. Zeitlebens schrieb er aber in seiner Muttersprache, dem litauischen Jiddisch. Manche seiner Werke wurden  schon  früh  ins Englische übersetzt. Der deutsch-amerikanischen Literaturwissenschaftlerin Susanne Klingenstein, die als eine der besten Kennerinnen jüdischer Literatur gilt, verdanken wir nun die erste deutsche Übersetzung eines Teils des Werks eines Autors, den viele Beobachter zu den ganz großen jüdischen Romanciers.
          
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           Es ist kein Zufall, dass wir diesen Buchtipp am 27. Januar veröffentlichen, an dem Tag, an dem der Opfer des Nationalsozialismus gedacht wird. Ruft es uns doch auch in Erinnerung, welch reiche und über Jahrhunderte gewachsene Kultur mit der Vernichtung der Menschen, die sie geprägt und täglich gelebt haben, vernichtet wurde.
          
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           "Von Frauen und Rabbinern" von Chaim Grade, übersetzt von Susanne Klingenstein, erschienen im Verlag „Die Andere Bibliothek“, 422 Seiten, 44,-- €.
          
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&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 27 Jan 2021 08:02:23 GMT</pubDate>
      <author>183:820829231 (Raimund Gründler)</author>
      <guid>https://www.lesezeichen-mannheim.de/von-frauen-und-rabbinern</guid>
      <g-custom:tags type="string">Lesetipp,Kultur,Nie wieder,Empfehlung (Neues Tag),Gedenken,Buchtipp,27. Januar,Opfer des Nationalsozialismus</g-custom:tags>
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    </item>
    <item>
      <title>Buchtipp der Woche</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/unfrisierte_gedanken</link>
      <description>Der Buchtipp der Woche vom 10. Januar regt zum Nachdenken an.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
         Eine Sammlung, die zum Nachdenken anregt
        
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  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/Unfrisierte+Gedanken+2.jpg"/&gt;&#xD;
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         Die Aphorismen und Gedichte, die im heutigen Buch der Woche zusammengefasst sind, wurden schon vor über 50 Jahren niedergeschrieben. Sie stammen vom polnisch-jüdische Autor Stanislaw Jerzy Lec, der mit seinen „unfrisierten Gedanken“ weltberühmt wurde. Meist fasst er seine Überlegungen in ein oder zwei Zeilen zusammen und beweist regelmäßig, dass keine weitschweifigen Ausführungen notwendig sind, um wichtige Gedanken zu vermitteln. In vielen Sprachen sind zahlreiche Formulierungen von Lec in den allgemeinen Zitate- und Sprichwortschatz eingegangen.
         
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          Der Hanser Verlag hat vor einigen Monaten alle pointierten Aphorismen, Epigramme und Minimalsatiren, seien sie in einem Prosa- oder Gedichtform, in dem schönen Band  „Sämtliche unfrisierte Gedanken - Dazu Prosa und Gedichte“ zusammen gefasst und neu aufgelegt. Beobachtungen wie „Sein Gewissen ist rein, er benutzt es nie“, oder „Die Zeit schreitet voran. Und die Menschheit?“ oder „Die Art der Beleuchtung einer Sache ändert nichts an ihrer Wirklichkeit.“ haben auch im 21. Jahrhundert nichts von ihrer Aktualität verloren. 
         
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          Auf dieses Buch aufmerksam machte uns übrigens die Buchhändlerin Dr. Annegret Thiemann über die der NDR kürzlich in einem sympathischen Beitrag berichtete. Von ihrer kleinen Dorfbuchhandlung im schleswig-holsteinischen Felde aus beliefert sie Kunden auf allen Kontinenten mit Neuheiten, vor allem aber mit antiquarischen Raritäten. Der letzte weiße Fleck auf der Weltkarte, die Antarktis, wurde nun mit der Sendung von „Sämtliche unfrisierte Gedanken“ an eine dortige Forschungsstation geschlossen. Frau Dr. Thiemanns Begründung der Auswahl hat uns aufhorchen lassen: „Wir haben das ausgewählt, weil man so schön lange darüber nachgrübeln kann. Und wenn man sechs Monate in der Einsamkeit sitzt, dann braucht man etwas, an dem man lange entlang denken kann.“ Ist das dann nicht auch genau das richtige Buch für lange Lockdown-Abende?
         
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           Sämtliche unfrisierte Gedanken - Dazu Prosa und Gedichte, 512 Seiten, Carl Hanser Verlag, 14 Euro
          
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/Unfrisierte+Gedanken.jpg" length="96268" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Sun, 17 Jan 2021 11:23:54 GMT</pubDate>
      <author>183:820829231 (Raimund Gründler)</author>
      <guid>https://www.lesezeichen-mannheim.de/unfrisierte_gedanken</guid>
      <g-custom:tags type="string">Lesetipp,Empfehlung (Neues Tag),Unfrisierte Gedanken,Buchtipp</g-custom:tags>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Neu im Jahr 2021: wöchentliche Buchtipps im Newsletter</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/buchtipp</link>
      <description>Jede Woche wird das LeseZeichen künftig einen Buchtipp veröffentlichen. Den Start macht ein Lyrikband.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
         Das erste Buch der Woche ist ein Lyrikband
        
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  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/Lyrik+Frauen+2.jpg"/&gt;&#xD;
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  &lt;b&gt;&#xD;
    
                    
          "Frauen | Lyrik  - Gedichte in Deutscher Sprache"
         
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Eine neue Rubrik wurde zu Beginn des Jahres 2021 im LeseZeichen-Newsletter eingeführt: der wöchentliche Buchtipp. . In jedem Newsletter wird künftig ein „Buch der Woche“ vorgestellt. Dabei werden sich in guter LeseZeichen-Manier Belletristik, Lyrik, Sachbücher und Jugendbücher abwechseln. 
         
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          Den Start dieser neuen Reihe machte eine ganz spezielle Lyrik-Sammlung.
          
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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           Im Herbst 2020 legte die Göttinger Literaturwissenschaftlerin Anna Bers mit „Frauen | Lyrik – Gedichte in Deutscher Sprache“ einen spektakulären Band vor. Auf fast 900 Seiten versammelt sie über 500 Gedichte von Autorinnen und Autoren aus zehn Jahrhunderten. Mit ihrer Auswahl eröffnet sie einen neuen Blick auf Lyrik von, über und unter Frauen, beginnend bei Hrotsvit von Gandersheim, Hildegard von Bingen, Walther von der Vogelweide und 
          
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           Gleichzeitig wird deutlich, welch großen Beitrag Frauen zur Entwicklung der Lyrik in unserer Sprache beigetragen haben. Und es eröffnen sich unterschiedliche Perspektiven auf die sich wandelnde Wahrnehmung der Rolle und Position der Frauen im Laufe der Jahrhunderte. Bewusst beschränkt sich Bers dabei nicht nur auf Werke von Frauen, die aus der Perspektive der Frau auf die Frau faktisch eine Innensicht aufzeigen. Genauso wichtig sind ihr Wahrnehmungen und Zuschreibungen durch die Männer.
          
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           Und vollkommen unabhängig von allen gesellschaftlichen Überlegungen ist „Frauen | Lyrik  - Gedichte in Deutscher Sprache“ eine wunderschöne Lyriksammlung, die zu einem poetischen Spaziergang durch die Jahrhunderte einlädt.
          
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           „Frauen | Lyrik  - Gedichte in Deutscher Sprache“, Im Auftrag der Wüstenrot Stiftung herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Anna Bers, erschienen im Reclam Verlag. 879 Seiten, 28 Euro.
          
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&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/Lyrik+Frauen.jpg" length="108443" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Wed, 06 Jan 2021 10:54:26 GMT</pubDate>
      <author>183:820829231 (Raimund Gründler)</author>
      <guid>https://www.lesezeichen-mannheim.de/buchtipp</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Exklusive Online-Lesung für das LeseZeichen</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/exklusive-online-lesung-fuer-das-lesezeichen</link>
      <description>Professor Arnold Esch hat für das LeseZeichen Mannheim eine exklusive Online-Lesung aufgenommen. Er spricht über sein Buch „Historische Landschaften Italiens – Wanderungen zwischen Venedig und Syrakus“.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
         Arnold Esch: Historische Landschaften Italiens
        
                &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="https://youtu.be/-SDlc-LY1Ss" target="_blank"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/Esch1.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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         In Zeiten ohne Live-Veranstaltungen mit Publikum, hält das LeseZeichen Mannheim kurz vor Jahresende noch ein ganz besonderes, individuelles Online-Angebot für die Freundinnen und Freunde kulturgeschichtlicher Bücher bereit. 
         
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          In einem Video, das er exklusiv für die Mannheimer Literaturinitiative von Helen Heberer und Raimund Gründler aufgenommen hat, stellt der renommierte Historiker Arnold Esch sein Buch „Historische Landschaften Italiens – Wanderungen zwischen Venedig und Syrakus“ vor. Da die schon lange ins Auge gefasste Lesung in Mannheim derzeit nicht möglich ist und langfristige Planungen im Moment außerdem höchst spekulativ sind, spricht Arnold Esch bei sich daheim in der Nähe von Rom über die Landschaften, die er auf verlassenen römischen Straßen, auf alten Pilgerpfaden, durch enge Schluchten und über beinahe schon vergessene Viehwege durchstreifte. Er verbindet die Ergebnisse der Archäologie und der Geschichtswissenschaft mit aktuellen Beobachtungen. Malerei und Literatur verknüpft er mit der Landschaft. Geschichte wird lebendig. Viele, ganz unterschiedliche Landschaftsbilder entstehen aus den unterschiedlichen Domänen der Geisteswissenschaft. Ein stimmungsvoller Eindruck früherer Zeiten verbindet sich mit lebendiger Beschreibung des Jetzt.
         
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          Dreizehn Jahre leitete Professor Arnold Esch das Deutsche Historische Institut in Rom. Zuvor wirkte er lange Jahre als Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Bern. Sein ganzes Forschen und Schreiben dreht sich um Italien und Rom, von der Antike bis in die Neuzeit. Aufgrund von intensiver Auswertung von Schreiben, oft Bittschriften, von Klerikern und Laien an den Papst, zeichnete er in mehreren Büchern plastische Bilder der Lebenswirklichkeit einfacher Menschen im Mittelalter. Spannend auch seine Erforschung des römischen Straßennetzes, das an vielen Stellen heute noch Rückgrat unserer modernen Infrastruktur bildet. Es wundert nicht, dass Arnold Esch seinen Ruhestand in dem Land verbringt, dem er sein ganzes Schaffen gewidmet hat.
         
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Um allen Interessierten Gelegenheit zu geben, dieses rund 1 Stunde 20 Minuten lange Video anzuschauen, wird es nicht zu einer bestimmten Uhrzeit gestreamt. Interessierte können eine Mail an
          
                    &#xD;
    &lt;a href="mailto:info@lesezeichen-mannheim.de"&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
                        
            info@lesezeichen-mannheim.de
           
                      &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    
                    
          schicken. Sie erhalten dann einen Link zum Video. Der Link ist kostenfrei.
         
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  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/IMG_3882.jpg" length="626157" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Wed, 09 Dec 2020 19:04:41 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.lesezeichen-mannheim.de/exklusive-online-lesung-fuer-das-lesezeichen</guid>
      <g-custom:tags type="string">Arnold Esch,Rom,Lesung,Venedig,Esch,Italien,Sizilien</g-custom:tags>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/IMG_3882.jpg">
        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/IMG_3882.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>"Das Jahr 1990 freilegen" - Ein Buch zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung.</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/das-jahr-1990-freilegen</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
         Preis der Stiftung Buchkunst für ein Dokument der Zeitgeschichte.
         
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  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/Leseecke"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/K5B1162K.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
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          Als Tag der Deutschen Einheit hat der 3. Oktober als Feiertag seinen festen Platz im Jahreskalender. Manch einer hat noch das Bild der auf den Reichstagstreppen zu Berlin versammelten Politprominenz vor Augen, die kurz vor Mitternacht in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990 gebannt das Hissen der schwarz-rot-goldenen Flagge verfolgten, die ab sofort für das nun wiedervereinigte Deutschland stehen würde. Aber für viele in Ost und West ist der 3. Oktober vor allem ein freier Tag. Viel präsenter in den Köpfen der Menschen sind die Bilder, die rund elf Monate zuvor entstanden. Die Bilder vom 9. November 1989, als in Berlin plötzlich und unerwartet die Mauer geöffnet wurde und das Ende der vierzig Jahre währenden Deutschen Teilung eingeläutet wurde. Sie wurden in der Zwischenzeit auch so oft im Fernsehen wiederholt, dass Vergessen unmöglich ist und sie selbst jenen die damals noch gar nicht geboren waren, vertraut sind. Aber was war zwischen diesen Tagen der Euphorie im November 1989 und dem formalen Beitritt der „neuen Bundesländer“ im Oktober 1990. Volkskammerwahlen im März 1990 und Wirtschafts- und Währungsunion sind zwei Stichworte großer Ereignisse. Aber auch viele kleine, manchmal nur persönliche Momente gab es in dieser Zeit. Große Hoffnungen waren da und erste Enttäuschungen kamen auf. Insgesamt ist die Zeit zwischen den zwei großen Daten in der kollektiven Erinnerung eher diffus.
           
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          Dies möchte der Leipziger Autor und Verleger Jan Wenzel ändern. In seinem Verlag Spector Books veröffentlichte er ein beeindruckendes Buch mit dem bezeichnenden Titel „Das Jahr 1990 freilegen“. Gemeinsam mit mehreren Kolleginnen und Kollegen hat er unzählige Aspekte und Momente dieses ereignisreichen Jahres zusammengetragen. Aus zahlreichen Bilddokumenten, Briefen, Sitzungsprotokollen und kurzen, essayistischen Texten wurde ein Buch zusammengestellt, man könnte auch sagen montiert, das an vielen Stellen an die klassischen Wandzeitungen erinnert. Originaldokumente und nun im Abstand von 30 Jahren geschriebene Texte ergänzen sich und geben ein starkes Bild eines für unser Land so entscheidenden Jahres. Bei vielen Leserinnen und Lesern wird dieses Buch auch zahlreiche Erinnerungen wachrufen. An Momente, an Ereignisse, aber auch an Menschen, die in dieser Zeit wichtig waren und Verantwortung übernommen hatten.
         
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          Besonders die großartigen, schwarz-weißen Bildstrecken teilweise renommierter Fotografen fallen im ersten Moment ins Auge. Aber es lohnt sich genauso, bei den Texten hängen zu bleiben. Nicht nur inhaltlich ist der fast sechshundert Seiten starke Band gelungen. Auch in seiner Gestaltung sticht er heraus und so verwunderte es nicht, dass er sich im Juni auf der Liste der 25 „schönsten Bücher Deutschlands“ wiederfand, die von der Stiftung Buchkunst im jährlichen Wettbewerb ausgezeichnet wurden. Mit diesem Preis wird das Augenmerk darauf gerichtet, dass es nicht nur der Inhalt ist, der die Menschen zu einem bestimmten Buch greifen lässt. Aufmachung, Cover, Satz, Illustrationen, Papier oder auch nur ein spezielles Format können einen guten Text aus der Menge der Bücher herausheben und ein einmaliges Werk schaffen. Aus den 25 preisgekrönten Büchern wird dann bei einer gesonderten Preisverleihung mit dem „Preis der Stiftung Buchkunst“, der mit 10.000,-- € dotiert ist, ein Buch nochmals besonders herausgehoben. Und groß war die Freude in Leipzig als vor einigen Tagen bekannt gegeben wurde, dass dieser Preis im Jahr 2020 an „Das Jahr 1990 freilegen“ geht.  Eine verdiente Auszeichnung für ein Buch, das bald schon als Dokumentation eines wichtigen Abschnitts unserer jüngeren Geschichte gelten wird.
          
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      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/Das+Jahr+1990.jpg" length="178793" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Fri, 02 Oct 2020 06:42:14 GMT</pubDate>
      <author>183:820829231 (Raimund Gründler)</author>
      <guid>https://www.lesezeichen-mannheim.de/das-jahr-1990-freilegen</guid>
      <g-custom:tags type="string">(Wiedervereinigung),(Preis der Stiftung Buchkunst),(Tag der Deutschen Einheit),(Leipzig),(3. Oktober),(9. November),</g-custom:tags>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/Das+Jahr+1990.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>27. September - der "Jedertag der Literatur"</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/27-september-der-jedertag-der-literatur</link>
      <description>Christa Wolf folgte im Jahr 1960 als junge Schriftstellerin einem Aufruf und beschrieb genau den 27. September. Diesen Brauch behielt sie ihr Leben lang bei und so entstand ein beeindruckendes Zeugnis ihres Lebens, Aber ebenso ein Dokument der Zeitgeschichte.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
         "Ein Tag im Jahr" - und das mehr als fünfzig Jahre lang.
         
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  &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Der 27. September ist ein Tag, der auf den ersten Blick nicht aus den 365 Tagen eines Jahres heraussticht. Gut, an diesem Tag wurden einige Prominente geboren, so zum Beispiel im Jahr 1601 König Ludwig XIII. von Frankreich und 1840 der Zeichner und Illustrator Thomas Nast, der mit seinen Zeichnungen des Santa Claus als einer der Schöpfer des Weihnachtsmanns in seiner heutigen Form gelten kann. Verstorben sind an diesem Tag 1917 der französische Maler Edgar Degas und 1921 der Komponist Engelbert Humperdinck.
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Auch dem einen oder anderen mehr oder weniger bedeutenden Ereignis kann man gedenken. So begann am 27. September 1589 der Bau des Münchner Hofbräuhauses und am gleichen Tag wurde 1825 in England die erste öffentliche Eisenbahn der Welt eingeweiht. Aber jeder Tag im Jahr hat seine Gedenktage.
           
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Dass der 27. September in der Literatur eine besondere Stellung einnimmt, geht auf den russischen Schriftstelle Maxim Gorki zurück. Ihn beschäftigte die Überlegung, dass  sich die Literatur in ihren Schilderungen vor allem auf große Ereignisse konzentriert und auch der Alltag sich oft in inszenierter, zugespitzter, verdichteter und dramatisierter Form in den Büchern wiederfindet. Ereignislosigkeit ist in kaum einem Roman vorgesehen. 1935 forderte er die Welt auf, jeder für sich solle einen ganz gewöhnlichen Tag schildern. Gemeinsam sollte so ein Portrait eines „Jedertags“ auf dem Planeten Erde entstehen. Wieso er gerade auf den 27. September als Jedertag kam, ist nicht bekannt. Auch liegt keine umfassende Zusammenstellung aller Tagesbeschreibungen vor. Vermutlich verfolgte niemand mehr die Aktion weiter nachdem Gorki kurz darauf im Juni 1936 verstorben war. Im Jahr 1960 erinnerte sich aber die Moskauer Zeitung Iswestija des Aufrufs, den sie auch 1936 veröffentlicht hatte. Sie wiederholte den Aufruf und forderte dazu auf, den 27. September so präzise wie möglich zu schildern. 
           
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Auch 1960 wurde wohl keine große Massenschreibbewegung ausgelöst. Aber in Halle an der Saale erreichte er die junge Schriftstellerin Christa Wolf. Sie setzte sich hin und schrieb
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Aber sie veröffentlichte den Text nicht sofort. Das geschah erst viele Jahre später und zusammen mit vierzig weiteren Texten. Denn Christa Wolf schrieb nun jedes Jahr am 27. September nieder, was sie an diesem Tag bewegte und was sich an diesem Tag so ereignete. Wie es zu erwarten war, waren es meist keine großen Ereignisse. Es waren ganz alltägliche Dinge des Haushalts und der Familie. Mal war ein Kind krank und dann musste wieder eingekauft werden und Pilze wurden auch einmal falsch gewürzt. Aber jeder 27. September steht auch im allgemeinen Kontext seiner Zeit. Beeindruckend beispielsweise die Überlegungen zur Wiedervereinigung und zur Verfassungsfrage, die im Jahr 1990 niedergeschrieben wurden. Christa Wolf stellte im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des über 650 Seiten umfangreichen Buchs 2003 fest, dass sie bewusst auch stets den Zeithintergrund und Zufälliges bei ihren Texten eingebunden habe. Und so stehen die großen und die kleinen Dinge nebeneinander. Die Leserinnen und Leser erfahren viel über die Autorin und ihre Familie. Sie erfahren viel über die inneren Auseinandersetzungen Wolfs zwischen Nähe zum  Staat und der schon früh beginnenden Ablösung.  Aber genauso ist „Ein Tag im Jahr“ ein Dokument der Zeitgeschichte, das interessante Perspektiven auf das erst geteilte und dann wiedervereinigte Deutschland frei gibt.
           
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Der 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung kann ein guter Anlass sein, dieses Buch wieder einmal zu lesen.
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  
                  
         Christa Wolf beendete ihre jährlichen Niederschriften übrigens nicht mit der Veröffentlichung dieses Bandes. Bis zu ihrem Tod protokolierte sie jährlich den 27. September. Diese Aufzeichnungen erschienen nach ihrem Tod unter dem Titel: „Ein Tag im Jahr im neuen Jahrhundert. 2001–2011“, herausgegeben von ihrem Mann Gerhard Wolf.
         
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 27 Sep 2020 06:53:53 GMT</pubDate>
      <author>183:820829231 (Raimund Gründler)</author>
      <guid>https://www.lesezeichen-mannheim.de/27-september-der-jedertag-der-literatur</guid>
      <g-custom:tags type="string">(Christa Wolf),(Lesen) (Literatur) (DDR) (Deutschland) (Wiedervereinigung) (Gorki) (Jedertag) (Berlin)</g-custom:tags>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>LeseTipp -Dämonenräumdienst von Marcel Beyer</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/lesetipp-marcel-beyer</link>
      <description>Der neue Poesieband von Marcel Beyer überzeugt. Eine Buchbesprechung von Manfred Klenk.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
         Neuer Poesieband von Marcel Beyer überzeugt.
         
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/Beyer.png"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Die druckfrische Poesie von Marcel Beyer „Dämonenräumdienst“ überrascht den Leser von Strophe zu Strophe, wieder und wieder. Gedanken stolpern über Erinnerungsfallen, die sie fortwährend inspirierend beschäftigen.
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Unerhörte Begebenheiten tragen sich zu in Marcel Beyers neuen Gedichten, jedes Poem, exakt 40 Verszeilen lang, in übersichtlichen Vierer-Päckchen zusammengeschnürt.
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  
                  
         Jedes Gedicht gebiert eine andere Figur, die sich mit den Untoten der Popkultur, der damit einher schwebenden Konsumgüterwelt beschäftigt und deren Zumutungen schonungslos aufzeigt - mit wenigen Worten:
         
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
          
         
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
                 „Geister sind das, hier in deiner
         
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
                  Bude, deren letzte Winkel
          
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
                  die Tchibo-Taschenlampe nicht
         
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
                  erfaßt.“
         
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
         Mit dem leichten Ton seiner Gedichte greift Marcel Beyer in die zähe, klebrige Masse der Erinnerung, durch welche die Verse mittels Zitate und Collagen waten. Beengte Seelen-/Lebensräume werden sichtbar. Marcel Beyers Stärken: Sparsam gewählte Worte offenbaren sich, sagen mehr über die Vergangenheit
          
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
         des lyrischen Ichs:
         
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
                 "In meines Vaters Haus sind viele
         
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
                  Wohnungen. Ich möchte keine
          
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
                  einzige von innen sehn. Parterre
         
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
                  Steht man knöcheltief in Marzipan.“
         
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
         Die Gedichte werden zur Fluchtbewegung, die bei jedem Versuch gedanklicher Domestizierung von der Kindheit wieder eingeholt werden. Die Autorenstimme sagt: er schreibe diese Gedichte
         
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
         „wie ein Kind, das heimlich / tut und einfach froh ist, wenn / niemand mit ihm schimpft“ – doch diese Selbstanalyse ist alles andere als kindlich, sie offenbart einen gereiften Blick auf die verborgene Düsternis unserer noch immer von Dämonen besetzte Erinnerung. Vom Knabenchor zum Dental-Labor (und daheim ins Schlaflabor): im „ersten Stock / greift einem etwas in den Schritt.“ –
          
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
         Das dunkle Kinderzimmer wird als „Blutbude“ bezeichnet; Freiheit und so etwas wie Glück gibt es nur außerhalb.
          
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
                                                   
          
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
         Sprachliche und seelische Abgründe werden heimgesucht:
          
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Marcel Beyer geht ein hohes Risiko ein, wenn er mit seinem Gedicht „Ginster“ Paul Celans „Todesfuge“ in neue Worte fasst. Beyer lässt den Ginster in den Vorgärten des Dresdner Vorortes Strehlen wachsen und paraphrasiert damit die Bildwelt der „Todesfuge“ –
           
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Der Tod ist hier kein „Meister aus Deutschland“, sondern „ein Arschloch aus Strehlen“, der “mit seiner schwarzen Zunge / die Blüten des Ginsters berührt“. Die Pflanze „Ginster“ ist hochgiftig. Ein politischer Fingerzeig auf den wachsenden Alltagsrassismus in Beyers Wahlheimat Dresden.
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Ein leichter Ton trotz ernster Thematik. Verletzliche Figuren begegnen den Ungeheuern aus Kindertagen, welche mit den „Zombies der Pop-Kultur“ die Erinnerungen begleiten. Am Wertstoffhof läuft Musik. Elvis fegt noch einmal die Einfahrt. Und Moshammer:
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          "Moshammer. Ein Wort wie Baggerblut.
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Der Name flößt Vertrauen ein.
          
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          So möchte man doch heißen. Doch du
          
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Heißt Daisy und lässt dich leicht durch
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Einen milden Münchner Abend tragen.“
          
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          (…)
          
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
         In jedem Poem Figuren, die Geschichten erzählen, die es bunt treiben, manchmal auch wild – am Ende wird es ernst. Da wird es höchste Zeit, den „Dämonenräumdienst“ zu rufen.  – Lesenswert!
         
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
         Marcel Beyer wurde 1965 in Tailfingen geboren, aufgewachsen ist er in Kiel und Neuss. Er studierte in Siegen, lebte in London, in Berlin und seit 1996 im Dresdener Stadtteil Strehlen.
         
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
         Für sein Werk wurde er mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Georg-Büchner-Preis 2016 und dem Lessing-Preis des Freistaates Sachsen 2019.
         
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 06 Sep 2020 06:27:14 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>LeseTipp: "Mein Nidden - Auf der Kurischen Nehrung" von Frido Mann.</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/mein-nidden</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
         "Mein Nidden" - Familie Mann, das Ferienhaus und die Kurische Nehrung.
         
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/Nidden_neu.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Ein Sommerhaus an der Ostsee. Mancher träumt in diesen heißen Tagen davon. Was kann es Schöneres geben als eine Prise frischer Seeluft und dann noch einem Sprung ins kühle Nass. Für den Literaturnobelpreisträger Thomas Mann blieb dies kein Traum. Bei einem kurzen Sommeraufenthalt in Nidden 1929 beeindruckte ihn die Kurische Nehrung so stark, dass er sich dort ein Sommerhaus bauen ließ, das er schon im folgenden Sommer beziehen konnte. Die Schönheit der Landschaft mit ihren schier unendlichen weißen Dünen und den tiefen Wäldern, dazu die hier für ihre Verhältnisse wilde Ostsee, hatten den Autor in ihren Bann gezogen. Hinzu kamen die Elche, die man auf Spazierfahrten in den Wäldern beobachten konnte und die es der Familie besonders angetan hatten. Selbst die mühsame, mehrtägige Anfahrt mit Nachtzügen über Berlin und Königsberg konnte ihn nicht abschrecken.
           
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Drei sehr schöne, lange Sommerferien konnte die Familie Mann in diesem Idyll verbringen, bevor die politischen Verhältnisse eine Rückkehr unmöglich machen. Thomas Mann hatte sich in den letzten Jahren der Weimarer Republik mehrmals deutlich gegen den immer stärker an Einfluss gewinnenden Nationalsozialismus gewandt. Entsprechend war er sich der Gefahr bewusst, der er und seine Familie nach der Machtergreifung Hitlers am 30. Januar 1933 ausgesetzt war. Mitte Februar brach er zu einer Vortragsreise nach Amsterdam, Brüssel und Paris auf, von der er nicht mehr nach Deutschland zurückkehren sollte. Obwohl Nidden wenige Kilometer jenseits der Deutschen Reichsgrenze in Litauen lag, war eine Reise in das Ferienhaus zu gefährlich. Schon im Rahmen des letzten Aufenthalts wurde der Einfluss, den die Nazis über die Grenze entfalteten, bedrohlich. So lag plötzlich als klar formulierte Warnung erkennbar ein stark verkohltes, aber gerade noch erkennbares Exemplar der „Buddenbrooks“ am Gartenzaun. Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde auch der nördliche Teil der kurischen Nehrung gemeinsam mit dem Memelland dem Deutschen Reich einverleibt. Nach Kriegsende war es Teil der Litauischen Sozialistischen Sowjetrepublik und seit 1990 gehört es unter seinem litauischen Namen Nida zur Republik Litauen.
           
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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          Diese verschiedenen nationalen Verschiebungen hatten alle auch direkte Auswirkungen auf das Ferienhaus von Thomas Mann. Erst stand es leer, im Dritten Reich beschlagnahmt und dem Reichsmarschall und Reichsjägermeister Hermann Göring zugeschlagen, stand es nach Beschädigungen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs länger als Ruine auf seinem Hügel. Engagierte Literaturfreunde erreichten noch zu Sowjetzeiten, dass das Haus saniert werden konnte und ein Thomas-Mann-Kulturzentrum eingerichtet werden durfte. Es war die einzige Gedenkstätte für einen deutschsprachigen Schriftsteller auf sowjetischem Boden, und sie wurde wahrgenommen. Das Kulturzentrum hat alle politischen Wendungen überstanden und sich beständig weiter entwickelt. Heute ist das Ferienhaus von Thomas Mann ein viel besuchtes Museum, das zu den bekannten Sehenswürdigkeiten Litauens gehört. Gleichzeitig dient es als internationale Begegnungsstätte und jährlich veranstaltet das Kulturzentrum ein beachtliches Literatur- und Musikfestival mit internationaler Besetzung.
         
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         Die Geschichte dieses Ferienhauses, von der Entstehung bis zum heutigen Tag, hat Frido Mann, der älteste Enkel von Thomas Mann, in dem kleinen Band „Mein Nidden – auf der Kurischen Nehrung“ zusammengefasst. Als er 1937 geboren wurde, war das Paradies über den weißen Sandstränden bereits verloren. Aus den vielfältigen Erinnerungen verschiedener Familienmitglieder, die hier liebevoll zusammengestellt sind, ergibt sich jedoch ein vielschichtiges Bild, das weit über die Beschreibung des Hauses und der Ferientage hinaus einen persönlichen Blick auf diese so bedeutende Familie ermöglicht. Gleichzeitig wird das Buch durch die Einbeziehung der historischen Zusammenhänge zu einer kurzen Beschreibung der bewegten Geschichte der kurischen Nehrung im 20. Jahrhundert. Und nicht zu vergessen, die zahlreichen Begegnungen im Zusammenhang mit der Arbeit des Thomas-Mann-Kulturzentrums, das der Nachkomme des großen Literaten tatkräftig unterstützt. Hier wird Zeitgeschichte lebendig. Viel für ein Buch mit gerade einmal 180 Seiten. Dem ehemaligen Professor für Psychologie der Universität Münster gelingt es, diese ganzen Themen so elegant zusammen zu führen, dass ein lesenswertes und lesbares Buch entsteht. Eine sehr schöne Ferienlektüre – vollkommen unabhängig davon, ob das Buch nun am Strand oder auf dem heimischen Balkon ausgepackt wird.
         
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      <pubDate>Thu, 13 Aug 2020 05:22:04 GMT</pubDate>
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      <title>LeseTipp - Kinderbuch: Das Marzi rettet die Tortentiere</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/das-marzi</link>
      <description>"Das Marzi rettet die Tortentiere" - ein liebenswertes Kinderbuch.</description>
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         Ein liebenswertes Buch von Anke Girod
         
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
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          Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden gerade eine Festtagstorte verzieren und plötzlich bewegt sich eines der von Ihnen kunstvoll gekneteten Marzipantierchen und beginnt zu reden. Unvorstellbar? Für Sie vielleicht. Der kleinen Mina ist es aber passiert. Und zwar in dem Kinderbuch „Das Marzi rettet die Tortentiere“ der Hamburger Autorin Anke Girod. Nur kurz hatte Mina das Zimmer verlassen und schon bewegt sich der kleine Maulwurf auf der Torte. Höflich stellt er sich als Marzipanus Maulwurfshaugus von Marzwurfungshausen vor, mit Rufname Marzi. Eine ungewöhnliche Verkettung von Umständen hatte das sogenannte Marzipan-Orakel ausgelöst und dadurch der kleinen Marzipanfigur Leben eingehaucht.
         
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
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          Was folgt, ist eine herrliche Folge unerwarteter und stellenweise skurriler Situationen: zwei Doggen auf Maulwurfsjagd – mit allen möglichen Verheerungen, eine etwas dezimierte Hochzeitstorte, da Marzi alle Marzipanfiguren davon laufen lässt und ein Backwettbewerb in der Schule mit unerwartetem Ausgang. Kurz und gut, Marzi sorgt für einige Verwirrung und gleichzeitig müssen der kleine, lebendige Marzipanmaulwurf und seine beiden Beschützerinnen Mina und ihre Freundin Lizzi aufpassen, dass er nicht entdeckt und vor allem weder von Mensch noch von Hund verspeist wird. Das große Thema der Freundschaft von Mensch und Tier, das so viele Kinderbücher trägt, wird hier um eine neue, liebenswerte Variante erweitert.
         
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
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          Ergänzt wird die gut geschriebene Geschichte durch Zeichnungen der bekannten Kinderbuchillustratorin Susanne Göhlich. Gut gelingt es ihr, den Stil des Textes optisch umzusetzen und die Wirkung der Worte für die kleinen Leserinnen und Zuhörer zu verstärken. Schon alleine das mit Torte und Cupcakes bunt geschmückte Cover dürfte dafür sorgen, dass das Buch in mancher Einkaufstasche und auf manchem Geburtstagstisch landet. Und das sei diesem Buch herzlich gegönnt.
         
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
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          Anke Girod hat es in kurzer Zeit geschafft, sich als Kinder- und Jugendbuchautorin zu etablieren. Ihr erstes Werk erschien 2017. In der Zwischenzeit sind bereits vier Bücher von ihr erschienen. Es sind ganz unterschiedliche Geschichten, die sich an verschiedene Altersgruppen richten. Aber egal ob Detektiv-Geschichte oder Reise-Abenteuer: die tiefgehende Entwicklung der Figuren fällt auf. Die Autorin selbst fasst es folgendermaßen zusammen: „Charaktere, die den Mut haben, ihren eigenen Weg zu suchen und zu gehen - egal, ob er ungewöhnlich ist oder nicht: Hauptsache er passt zu den eigenen Stärken und Wünschen. Denn dieser Weg macht stark.“  Ein gewisser pädagogischer Ansatz ist da unverkennbar. Und er verwundert auch nicht, wenn man weiß, dass Anke Girod viele Jahre als Lehrerin und stellvertretende Schulleiterin gearbeitet hat. Wir sind gespannt auf die nächsten drei Bücher, die für das kommende Jahr angekündigt sind.
         
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
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         „Das Marzi rettet die Tortentiere“ ist 2019 erschienen im Thienemann-Esslinger Verlag, Stuttgart und kostet 13 Euro. Es ist vom Verlag empfohlen für Kinder ab 6 Jahren. Als Vorlesebuch ist es aber auch schon für kleinere Kinder geeignet.
         
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
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      <title>Bachmannpreis 2020</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/bachmannpreis-2020</link>
      <description>Der Bachmannpreis 2020 war eine großartiges Fernseh- und Digitalereignis. Helga Schubert überzeugte mit Ihrem Beitrag. Spannend auch die Jurydiskussionen. Mit dabei die Literaturkritikerin Insa Wilke.</description>
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
         Tage der deutschsprachigen Literatur als Digital- und Fernsehereignis
         
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          Die 44. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt gingen am vergangenen Sonntag mit der Verleihung der Preise zu Ende. Mit Helga Schubert wurde eine Autorin mit dem Bachmannpreis ausgezeichnet, die ihre ganz eigene Geschichte mit in den Wettbewerb brachte. Vor vierzig Jahren erstmals nach Klagenfurt eingeladen, konnte sie die Einladung damals nicht annehmen.  Die Kulturbehörden der DDR verweigerten ihr die Ausreise nach Österreich. Offensichtlich fürchtete man sich vor einem erneuten negativen DDR-Bild, nachdem zwei Jahre zuvor Ulrich Plenzdorf mit einem regimekritischen Beitrag gewonnen hatte. Außerdem wollte man dem Eindruck einer gesamtdeutschen Literatur entgegen wirken.
         
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          Auch in diesem Jahr konnte Helga Schubert nicht nach Klagenfurt reisen. Corona verhinderte dies. Aber der Wettbewerb fand als Fernseh- und Digitalereignis statt und löste mindestens so viel Aufmerksamkeit wie in den vergangenen Jahren aus, als sich die Literaturwelt im Juni ganz klassisch am Wörthersee versammelte. Da darf schon einmal die Frage gestellt werden, wieso gerade die Tage der deutschsprachigen Literatur, die in diesem Jahr zum vierundvierzigsten Mal stattfanden, mit der Verleihung des Bachmannpreises so eine hohe Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Denn insgesamt gibt es sehr viele Literaturpreise im deutschsprachigen Raum, manche ähnlich gut dotiert wie die Klagenfurter Veranstaltung, und trotzdem zieht kaum einer eine solche Resonanz und eine so breite Medienberichterstattung auf sich. Auch der weitere Weg der Gewinnerinnen und Gewinner seit 1977 begründet nicht das überdurchschnittliche Interesse. Natürlich wurden hier schon erfolgreiche Schriftstellerlaufbahn gestartet. Man denke an Sibylle Lewitscharoff, Uwe Tellkamp oder Lutz Seiler. Aber manche Preisträgerin und mancher Preisträger ist bis heute eher dem interessierten Fachpublikum interessant. 2020 war insofern eine Ausnahme, da mit Helga Schubert eine Autorin gewann, die längst ihren festen Platz in der literarischen Wahrnehmung hat und niemanden mehr etwas beweisen musste. Wobei ihr Wettbewerbsbeitrag „Vom Aufstehen“ so überzeugend war, dass wohl nicht ein Beobachter auf die Idee verfallen wäre, hier würde eine Lebensleistung gewürdigt.
         
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          Und damit sind wir an einem ganz zentralen Punkt bei der Suche nach der Besonderheit des Bachmannpreises. Es ist das Veranstaltungsformat, das in Details immer weiterentwickelt wurde, aber im Grundprinzip seit 1978 Bestand hat. Die Autorinnen und Autoren müssen sich um die Teilnahme mit einem bisher unveröffentlichten Text bewerben. Jeder Juror wählt zwei Beiträge aus, die dann bei den Tagen der deutschen Literatur in Klagenfurt vorgetragen wird. Im direkten Anschluss an den Vortrag und in Anwesenheit des Autors erfolgt die öffentliche Diskussion der Jury. Auch die abschließende Abstimmung erfolgt öffentlich. Vermutlich ist es dieser exklusive Charakter der speziell für Klagenfurt geschriebenen Literatur, verbunden mit dem Wettkampfcharakter und der offenen Diskussion, die den Bachmannpreis so aus der Vielzahl der Preise heraushebt und viele Literaturfreunde dazu verleitet, im Juni nach Klagenfurt zu fahren oder ganze Sommertage vor dem Fernseher zu verbringen.
           
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         2020 hatten die Veranstalter nun die Herausforderung, aus dem im Fernsehen übertragenen Live-Ereignis ein reines Fernseh- und Digitalereignis zu gestalten. Kurz und knapp kann festgestellt werden, dass dies besser gelang, als viele Skeptiker erwartet hätten. Aufgezeichnete Element wurden geschickt mit live übertragenen Veranstaltungsteilen zu einer stimmigen Veranstaltung kombiniert. Es machte Freude, die Tage der deutschsprachigen Literatur im Fernsehen oder Internet zu verfolgen.
         
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          Da die vierzehn eingeladenen Autorinnen und Autoren nicht in der gewohnten Form vor Jury und Publikum lesen konnten, wurden ihre Beiträge vorher aufgezeichnet. Im üblichen Ablaufrhythmus des Wettbewerbs wurden die Lesungen auf drei Tage verteilt abgespielt. Direkt im Anschluss an jeden Beitrag diskutierte die siebenköpfige Jury per Videokonferenz aus ihren Büros in Berlin, Wien, Köln oder Zürich heraus. Wie gewohnt, wurden Lesungen und Jurydiskussion live in Fernsehen, Radio und Internet übertragen. Die Jurydiskussionen litten nicht unter der räumlichen Distanz der Jurorinnen und Juroren. Sie waren ein Erlebnis. Intensiv, emotional und manchmal durchaus ins persönliche gehend, diskutierten die vier Männer und drei Frauen der Jury die gehörten Beiträge. Teilweise waren es regelrechte Lehrsunden für literaturinteressierte Laien. Brilliant in dieser Jury übrigens die in Mannheim als Programmdirektorin des Festivals lesen.hören gut bekannte Literaturkritikerin Insa Wilke. Ihre Ausführungen vermittelten einen Eindruck davon, was fundierte Literaturkritik ausmacht. Köstlich wie sie einen Kollegen zur Textarbeit einlud.
           
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         Die lebhafte Diskussion setzte sich unter dem interessierten Publikum fort. Vor allem auf der Internetplattform Twitter ging es so lebhaft zu wie bisher in den Sälen und auf den Plätzen in Klagenfurt. Diese rege Diskussion, die üppigen Sendezeiten bei 3sat, die große Resonanz in den Printmedien, senden gemeinsam ein positives Signal: Literatur kann auch im digitalen Zeitalter ein großes öffentliches Interesse auslösen du ihren Platz finden. Ein wenig gehen bei diesen Erkenntnissen die Gedanken zurück an den legendären Marcel Reich-Ranicki, dessen 100. Geburtstag vor wenigen Tagen gedacht wurde. Als Anfang der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts Kulturjournalisten vor der Bedrohung des Kulturguts Buch durch das Fernsehen warnten und sogar den Begriff Urfehde verwendeten, widersprach er vehement. Er sah die große Chance eines Bündnisses zwischen den Medien Buch und Fernsehen. Und er war es letztlich, der die Buchkritik ins Fernsehen brachte und sie vor allem fernsehtauglich machte. Der Erfolg bestätigte ihn.
         
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  &lt;br/&gt;&#xD;
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          Wir gratulieren den Verantwortlichen der 44. Tage der deutschsprachigen Literatur und sind gespannt auf den Wettbewerb im kommenden Jahr. Dann hoffentlich wieder mit Lesungen vor Publikum in Klagenfurt. Aber hoffentlich auch wieder mit einem lebendigen Programm in der virtuellen Welt.
         
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Auf der Homepage des Bachmannpreises können alle Lesungen und alle Jurydiskussionen abgerufen werden. Es lohnt sich, mit etwas Muße auf dieser Seite zu verweilen.
          
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    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/klagenfurt-2344639_1280.jpg" length="310705" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Tue, 23 Jun 2020 17:33:23 GMT</pubDate>
      <author>183:820829231 (Raimund Gründler)</author>
      <guid>https://www.lesezeichen-mannheim.de/bachmannpreis-2020</guid>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
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    </item>
    <item>
      <title>Die schönsten Bücher</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/die-schoensten-buecher</link>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
         Die Andere Bibliothek mit Preis der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet.
         
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  &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/Pfingstrosen.jpg"/&gt;&#xD;
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&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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    &lt;b&gt;&#xD;
      
                      
           19. Juni 2020:
          
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          „Das Auge isst mit“. Wer kennt diese Redewendung nicht? Sofort schweifen die Gedanken zu einem besonders liebevoll angerichteten und dekorierten Teller oder einer reich verzierten Torte, einem wahren Kunstwerk. Im übertragenen Sinne isst das Auge in fast jedem Lebensbereich mit. Besonders gut passt es auch zur Literatur. Die Art der Gestaltung des Buches kann aus einem guten und lesenswerten Text ein Gesamtkunstwerk machen, das genau dieses Buch aus der Fülle der veröffentlichten Texte heraushebt. Bestimmte Verlage haben sich hier zu regelrechten Spezialisten entwickelt und manches mit deren Büchern gestaltete Buchhandlungsschaufenster kann gelegentlich mit einer Galerie verwechselt werden.
         
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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          Seit vielen Jahren rückt die Stiftung Buchkunst mit mehreren Wettbewerben diesen Aspekt der Buchproduktion in den Mittelpunkt. Sie motiviert Verleger, sich intensiv mit der Präsentation ihrer Inhalte zu befassen. Anfang der Woche wurden Preisträger des Wettbewerbs „Die schönsten Bücher des Jahres 2020“ bekannt gegeben. Es sind 25 ganz unterschiedliche Bücher, die ausgezeichnet werden: Romane und Sachbücher, wissenschaftliche Publikationen und Architekturbände. Und nicht zu vergessen: Kinder – und Jugendbücher.
           
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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          Das LeseZeichen gratuliert allen Preisträgern und freut sich ganz besonders über den Preis für den Verlag Die Andere Bibliothek. Mit diesem Haus arbeiten wir eng zusammen. Im Jahr 2019 wurden die Bücher „Monsieur Göthe – Goethes unbekannter Großvater“ und „Nachkrieg und die Trümmer von Ostpreußen“ im Rahmen von zwei sehr schönen Lesungen vorgestellt. Auch 2020 waren wieder zwei Termine geplant. Simplicissimus und Bettine von Arnim sollten in diesem Jahr im Mittelpunkt stehen. Die Corona-Pandemie verhinderte dies vorläufig.
           
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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          1984 begründeten der Schriftsteller und Publizist Hans Magnus Enzensberger und der Verleger und Buchgestalter Franz Greno „Die Andere Bibliothek“ mit dem Anspruch, intellektuelles und visuelles Vergnügen zu verbinden. Der jüngste Preis, der bei weitem nicht der erste ist, zeigt dass der Verlag dieses Ziel bis heute erreicht. Ausgezeichnet aus dem Programm der Berliner Buchspezialisten wurde „Die Pfingstrosenlaterne“, eine japanische Gespenstergeschichte aus dem 17. Jahrhundert. Ein typisches Buch für Die Andere Bibliothek. Oft sind es alte, lange vergriffene Texte oder Texte aus anderen Kulturen und Sprachräumen, die in neuer Edition und großartiger Gestaltung für die Leserinnen und Leser des 21. Jahrhunderts interessant werden.
         
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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         Alle verwendeten Materialien werden mit Hingabe ausgesucht, stilsicher gestaltet und mit hoher Qualität verarbeitet. Eine Besonderheit ist die „Umhüllung“. Die hochwertigen Bücher werden nicht einfach in einen bunt bedruckten Schutzumschlag gepackt. Sie werden in einen Schuber aus Karton gesteckt, der an den zwei schmalen Längsseiten offen ist, in der Terminologie des Verlags Schlaufe genannt. Diese Schlaufe wird gemeinsam mit dem Einband gestaltet. Oft ist der Karton an einzelnen Stellen durchbrochen und erlaubt einen Blick auf den darunter liegenden Einband. Eine Fortsetzung der wertvollen Gestaltung im Innenteil der Bücher versteht sich von selbst. Welch große Bedeutung der Verlag der Gestaltung seiner Bücher beimisst, zeigt sich auf der Homepage. Unter der Rubrik „Buchkunst“ erläutern die Gestalterinnen und Gestalter der einzelnen Bände, welche Gedanken und Ideen sie bei der Entwicklung „ihres“ Buches geleitet haben.
         
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;a href="https://www.die-andere-bibliothek.de/index.php?mt=bk "&gt;&#xD;
    
                    
          https://www.die-andere-bibliothek.de/index.php?mt=bk
         
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  &lt;br/&gt;&#xD;
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          Diese individuelle Gestaltungsqualität wird auch in der Begründung der Jury für die Aufnahme der Pfingstrosenlaterne in die schönsten Bücher des Jahres deutlich:
         
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         „Man hat den Pappband noch nicht aus seiner Umhüllung gezogen, schon ist man gebannt von seiner Allseitigkeit, da alle sechs Seiten des Buch-Schuberkörpers mit der gleichen Aufmerksamkeit in die Gesamtgestaltung einbezogen wurden – selbst Kopf- und Stehfläche. Der beidseitig offene Schuber gewährt den Blick nicht nur auf den Rücken, sondern ebenso auf den Vorderschnitt des inwendigen Buches; dessen Lineament durch angeschnittene Farbseiten verspricht eine reichhaltige Bebilderung. Den Schuber ziert eine holzgeschnittene Illustration in traditioneller japanischer Bildtechnik. Ihr typischer Reiz besteht in der Ambivalenz von Flächigkeit und Raumtiefe.
         
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  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
         Den Bucheinband selbst überzieht ein weiterer Holzschnitt, der Buchtitel erscheint lediglich auf dem eingelegten Rückenschildchen aus glänzend blutrotem Papier, so rot wie Kapitalband und Lesebändchen…..“
         
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  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
         Das sind Reize, die ein E-Book auf einem noch so leistungsstarken Reader nicht bieten kann.
         
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 19 Jun 2020 18:26:24 GMT</pubDate>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>LeseTipp: Alles was Sie sehen ist neu</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/lesetipp-alles-was-sie-sehen-ist-neu</link>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
         "Alles was Sie sehen ist neu" -
         
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
         Erzählung mit überraschenden Wendungen
         
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
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          Vor wenigen Tagen wurde bekannt gegeben, dass Annette Pehnt für diesen Roman 2020 mit dem Rheingau Literatur Preis ausgezeichnet wird. Und die Entscheidung ist gut nachvollziehbar. Denn „Alles was Sie hier sehen“ ist ein besonderer Roman, der zahlreiche überraschende Momente bereit hält. Weniger in der Geschichte selbst. Diese ist eher unspektakulär. Der Roman lebt vom beständigen Wechsel der Erzählperspektiven und der nie erwartbaren Szenenfolge.
         
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
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         Annette Pehnt beginnt mit der Schilderung der Ankunft einer Reisegruppe an einem fiktiven asiatischen Ort namens Kirthan. Ob Stadt oder Land ist zu Beginn nicht sofort klar. Nime, der Reiseleiter mit einer Stimme wie ein Märchenerzähler, führt die Gruppe durch die ersten Tage. Er zeigt ihnen den Tempel der ewigen Freundlichkeit, die schnurgeraden Prachtstraßen und das asiatische Essen. Wenn sich die Leserinnen und Leser nun gerade gemütlich in der Beobachtung einer buntgemischten Gruppe Kulturreisender eingerichtet haben, erfolgt der erste Bruch des Buches. Die folgenden Kapitel verlassen die Reisegruppe und widmen sich der Lebensgeschichte des Reiseleiters.
          
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
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         Ein interessanter Ansatz der Autorin ist hierbei, von Kapitel zu Kapitel den Erzähler, der jeweils in der Ich-Form erzählt, auszuwechseln. Meist sind es übrigens Erzählerinnen. Nimes Schulzeit wird aus der Sicht einer Lehrerin geschildert. Über die Vorbereitung auf die überaus harte Schulabschlussprüfung erzählt eine Mitschülerin, die spätere Mutter seiner Kinder. Und so geht es weiter durch Ausbildung und Berufsstart. Die Anforderung, sich einzureihen und unterzuordnen zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Aber ganz beiläufig werden weitere  Gesellschaftsprobleme angesprochen. Junge Menschen verlassen das Land und ziehen in die Stadt. Ihre Kinder bleiben bei überforderten Großeltern zurück. Wanderarbeiter, die unter unmenschlichen Bedingungen leben und arbeiten. Der Name Kirthan und die Verortung der Handlung im asiatischen Raum legt die Assoziation mit China nahe. Aber spätestens bei den alleine gelassenen Kindern könnte der Blick auch auf europäische Regionen fallen.
         
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
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  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
         Bemerkenswert auch der sprachliche Stil, den Annette Pehnt gewählt hat. Der Roman beeindruckt durch seine klare, nüchterne, manchmal sogar karge Sprache. Gerade diese Sprache sorgt dafür, dass die harte Realität des Alltags die Leserinnen und Leser voll erreicht.
          
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
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  &lt;br/&gt;&#xD;
  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
         Ein lesenswertes Buch. Auf den ersten Blick eine Aufforderung, sich Gedanken über die künstlich erzeugten Scheinwelten im internationalen Tourismusalltag Gedanken zu machen. Auf den zweiten Blick eine schonungslose Analyse gesellschaftlicher Verhaltensmuster, nicht unbedingt ausschließlich beschränkt auf totalitäre Systeme.
         
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
                  
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  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 14 Jun 2020 18:08:22 GMT</pubDate>
      <author>183:820829231 (Raimund Gründler)</author>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Gedicht von Manfred Klenk</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/gedicht-von-manfred-klenk</link>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
         Ein Wort. Irgendwo
         
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=VEBqV4d4O6k" target="_blank"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/Screenshot_2020-06-14+Ein+Wort+Irgendwo+-+Manfred+Klenk%2C+Text%2C+Madeleine+Schumacher%2C+Vertonung.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
                      
           05. Juni 2020:
          
                    &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
    
                    
          Eine ganz besondere Mail erhielt das LeseZeichen in dieser Woche. Manfred Klenk, einer der aktivsten Lyriker und Autoren unserer Region, sandte uns sozusagen "druckfrisch" sein neuestes Werk zu.
           
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/Ein+Wort.+Irgendwo+-+Ma%CC%88rz+April+2020-93715f96.jpg" alt=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
                  
         Gemeinsam mit Madeleine Schumacher (Harfe und Gesang) und Adax Dörsam (ein musikalischer „Tausendsassa“  - auf der historischen Laute) machte Manfred Klenk aus dem Gedicht ein filigranes Gesamtkunstwerk, das auf Youtube abgerufen werden kann:
         
                  &#xD;
  &lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=VEBqV4d4O6k" target="_blank"&gt;&#xD;
    
                    
          https://www.youtube.com/watch?v=VEBqV4d4O6k
         
                  &#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Wir danken Herrn Klenk herzlich, dass wir dieses Gedicht hier veröffentlichen dürfen.
          
                    &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/Screenshot_2020-06-07+Ein+Wort+Irgendwo+-+Manfred+Klenk%2C+Text%2C+Madeleine+Schumacher%2C+Vertonung.jpg" length="299930" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Fri, 05 Jun 2020 13:51:05 GMT</pubDate>
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      <title>Lyrik im Internet</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/lyrik-im-internet</link>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
         Lyrik für Puristen - Ein beeindruckender Kanal auf youtube
         
                  &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
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&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/Lyrik+Youtube+Hesse.png"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
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    &lt;b&gt;&#xD;
      
                      
           24.Mai 2020:
          
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    &lt;/b&gt;&#xD;
    
                    
          Nachdem uns im März 2020 die Coronakrise zwang, unsere Veranstaltungen in Mannheim einzustellen, erweiterten wir unser digitales Angebot.  Dazu gehörten auch regelmäßige Tipps für lohnende Literaturerlebnisse in Fernsehen, Radio und Internet, die wir per Newsletter an die Freundinnen und Freunde des LeseZeichens verschicken. Einzelne dieser Empfehlungen werden künfig auch in unserem neuen Blog "LeseEcke" erscheinen. 
           
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    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Den Auftakt in unserer LeseEcke macht eine ganz besonders schöner Fund, den wir auf der der Videoplattform youtube gemacht haben. Der Kanal "Lyrik für Puristen".
           
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    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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         Mit viel Energie haben die Initiatoren der Seite in elf Jahren unzählige Tonaufnahmen von Gedichten zusammengetragen. Und wöchentlich kommen neue dazu. Die gesprochenen Texte sind  mit wenigen, passenden Bildern unterlegt.
          
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  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Bekannte Schauspieler wie Ulrich Mühe, Klaus Kinski oder Katharina Thalbach sind dabei. Mühe liest unter anderem Rilkes "Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen" und Kinski "An meine Landsleute" von Brecht. Besonders gefreut haben wir uns, als wir in der großen Sammlung Videos mit Gedichten von Selma Meerbaum-Eisinger, vorgetragen von Iris Berben, entdeckten. Den kleinen Gedichtband dieser 1942 im Alter von nur achzehn Jahren in einem Zwangsarbeiterlager verstorbenen Autorin hatten wir vor einigen Wochen in den LeseZeichen Lesetipps zur Lektüre empfohlen.
         
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Besondere Höhepunkte sind teilweise sehr alte Aufnahmen von Autoren, die ihre eigenen Gedichte vortragen. Beispielsweise sind die Stimmen von Rose Ausländer, Bertolt Brecht, Hermann Hesse, Gottfried Benn, Erich Fried und Erich Kästner zu hören. Wobei Erich Kästner noch für einen weiteren Höhepunkt der Sammlung verantwortlich ist: es sind mehrere Videos zu finden, auf denen Heinz Rühmann seine Werke vorträgt. Wunderbar.
           
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    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Es macht Spaß, auf dieser Seite zu stöbern. Wir wünschen Ihnen viel Spaß.
           
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    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a target="_blank" href="https://www.youtube.com/user/wortlover/videos"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/Lyrik-2Bf-C3-BCr-2BPuristen-2B--2BYouTube-03a8fa5c.jpg" alt=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 24 May 2020 19:25:49 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>25 LeseZeichen Lesetipps</title>
      <link>https://www.lesezeichen-mannheim.de/25-lesezeichen-lesetipps</link>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
         Aktion zum Welttag des Buches
         
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  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/lesetipps"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/765b05bfe2734609b3f5f7da3c17152f/dms3rep/multi/Gesamt+4.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;b&gt;&#xD;
    
                    
          25. April 2020:
         
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  &lt;/b&gt;&#xD;
  
                  
         Mit 25 Lesetipps führten wir ab dem 30. März 2020 auf den Welttag des Buchs am 23. April hin. Dies war unsere zweite Online-Aktion um auch während der coronabedingten veranstaltungslosen Zeit mit unseren Zuhörerinnen und Zuhörern in Kontakt zu bleiben. Wir wollten Ihnen Bücher zum selbst Lesen vorschlagen, die wir auch gerne im Rahmen einer Lesung vorgestellt hätten. Der Vorteil dieser Onlineaktion war, dass wir jeden Tag ein Buch auswählen und vorstellen konnten. Eine tägliche Lesung wäre nicht möglich gewesen.
         
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  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Die Empfehlungen konnen hier nochmals nachgelesen werden:
         
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  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sat, 25 Apr 2020 14:15:42 GMT</pubDate>
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